Testphase verlängert

E-Rezept verschoben: Die Hintergründe

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Berlin -

Der Roll-out des E-Rezepts ist vorerst abgeblasen – ob die gesetzliche Frist zur verpflichtenden Einführung am 1. Januar gehalten werden kann, steht in den Sternen. Der Schritt kommt nicht überraschend: Von der Gematik und aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) kam bisher so gut wie nichts – und das, obwohl die Gematik sonst jeden Zwischenstand bei ihren Digitalisierungsprojekten öffentlich macht. Redet man mit Beteiligten am Projekt, hört man allerdings allerorten hinter vorgehaltener Hand dasselbe: Der Testlauf sei bisher ein absoluter Flop gewesen. Dem Vernehmen nach hat kein einziges echtes E-Rezept den kompletten Zyklus von Ausstellung bis Abrechnung erfolgreich durchlaufen.

Ab Freitag sollte eigentlich das E-Rezept bundesweit ausgerollt werden. Nur einen Tag zuvor bläst die Gematik die freiwillige Einführung jedoch kurzerhand ab. Die Gründe liegen auf der Hand, öffentlich äußern will und darf sich jedoch seit drei Monaten niemand. Aus den beteiligten Kreisen hört man aber seit Wochen unisono dasselbe: Der Testlauf in der Pilotregion Berlin-Brandenburg sei „ein Desaster“ gewesen, sagt ein Verantwortungsträger aus einem Softwarehaus.

In den drei Monaten Erprobung sollen nach Informationen von APOTHEKE ADHOC zwar mehrere Dutzend E-Rezepte erstellt und verschickt worden sein – allerdings habe es sich dabei ausschließlich um Demo-Datensätze gehandelt. Es hat demnach bisher kein einziges „echtes“ E-Rezept den gesamten Zyklus von Ausstellung über Abgabe bis Abrechnung durchlaufen. „Rezepte kommen bis zur Apotheke, aber können dann noch nicht abgerechnet werden“, so ein Beteiligter.

„Das aktuelle Ergebnis des Pilotprojekts ist problematisch“, sagt ein anderer Manager eines Softwarehauses. Es gebe zu wenige Arztsysteme, auch bei den Krankenkassen und selbst bei den Warenwirtschaftssystemen der Apotheken gebe es noch Engpässe. Bisher sind nur Pharmatechnik und Awinta von Noventi in der Lage, E-Rezepte komplett zu verarbeiten – theoretisch zumindest. Denn auch dort soll es noch haken. Pharmatechnik plant dem Vernehmen nach schon in den kommenden Tagen ein weiteres Update. „Unterm Strich ist es so, dass für einen massentauglichen Einsatz die Testphase noch nicht reicht.“

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