„Pioniere“ gesucht: Direktabrechnung für 1000 Apotheken

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Berlin - Scanacs befindet sich nach eigenen Angaben auf der Zielgeraden zur Einführung der Direktabrechnung von E-Rezepten. Das Dresdner Unternehmen sucht derzeit 1000 Apotheken, mit denen es das neue Verfahren in einem Pilotprojekt erproben will. Wenn alles gut läuft, kann es schon im Juli losgehen.

Noch in diesem Jahr sollen die ersten Apotheken über die Software von Scanacs in Echtzeit mit den Krankenkassen abrechnen können. Bereits seit Langem trommelt das Unternehmen für die neue Möglichkeit, die Apothekenrechenzentren zu umgehen. „Spätestens mit der Einführung des E-Rezepts sind Apotheken in der Lage, die Abrechnung mit Krankenkassen selbst durchzuführen, denn technisch stellt das keine Hürde mehr dar“, erklärten die Dresdner erst im März in einem Whitepaper.

Für die Apotheken soll die Direktabrechnung zahlreiche Vorteile bringen: So verbessere sich durch den schnellen Erhalt des Geldes die Liquidität der Apotheke, der Prozess sei transparenter und letztlich sei er auch sicherer, da er das Retaxrisiko verringere. Künftig soll er auch mit der Verordnungsvorprüfung von Scanacs kombinierbar sein. Außerdem mache es die Apotheken unabhängiger: Ein Insolvenzrisiko Dritter habe laut Scanacs keinen Einfluss mehr auf die Abrechnung – ein Wink in Richtung AvP-Pleite. Die Logik: Fällt ein Rechenzentrum aus, kann die Apotheke einfach über Scanacs abrechnen. Denn es sei bereits möglich, alle Rezepte bei allen Kassen über das Tool abzurechnen.

Die Apotheken könnten das allerdings auch mit einzelnen Verordnungen oder aber bestimmten Produktgruppen tun. So könne man beispielsweise Hochpreiser prinzipiell direkt abrechnen, um auf die hohen Summen nicht warten zu müssen. Herstellerrabatte sowie Nacht- und Notdienstfonds (NNF) können laut Scancs ebenfalls über das Portal abgewickelt werden.

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