Abda-Umfrage: Niemand wartet aufs E-Rezept

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Berlin - Die Versicherten hierzulande warten nicht auf das E-Rezept – sie wissen nicht einmal, dass es kommt. Das ergab eine Umfrage des Instituts Kantar im Auftrag der Abda. Und selbst wenn sie davon wissen: Nicht nur wegen der räumlichen Einschränkung bei der Einführung, sondern vor allem wegen der komplizierten Anmeldung zur App der Gematik werden dieses Jahr kaum Versicherte das E-Rezept im gewollten Umfang nutzen können. Der Abda ist das Problem bekannt – eine bessere Lösung hat sie nach eigenen Angaben aber nicht.

Es wird immer deutlicher, dass das E-Rezept keinen großen Aufschlag erhält – sondern die meisten Versicherten wohl im Laufe des kommenden Jahres eher nebenbei davon erfahren, weil sie in der Praxis statt eines rosafarbenen einen weißen Zettel in die Hand kriegen. Selbst wenn sie wollen, können die allermeisten von Ihnen dann aber mit der Gematik-App nicht viel mehr machen, als den QR-Code auf dem Zettel einzuscannen und dort zu speichern. Denn für alles andere müssen sie eine NFC-fähige elektronische Gesundheitskarte (eGK) besitzen und die Funktion mit einer bei der Kasse beantragten PIN freischalten.

Kaum jemand hat das bisher – das Nadelöhr sei damit ein „Showstopper“ bei der E-Rezept-Erprobung, wie Abda-IT-Chef Sören Friedrich am Freitag einräumte. Der Gesetzgeber hat das bereits erkannt und den GKV-Spitzenverband aufgefordert, bis 2022 eine alternative Zugangsmöglichkeit zu entwickeln, um die flächendeckende Nutzung des vollen Funktionsumfangs der Gematik-App zu gewährleisten.

Doch wie könnte die aussehen? Da tappt auch die Abda noch im Dunkeln: „Wenn wir eine Idee hätten, würden wir dort Unterstützungsarbeit leisten“, sagte Friedrich und verweist auf die Zusammenarbeit zwischen Leistungserbringern und GKV-Spitzenverband im Kreis der Gematik-Gesellschafter.

Angedacht sei ein einmaliges Verfahren. „Wir würden da auf biometrische Anmeldeverfahren wie Fingerabdruck oder Face-ID setzen“, sagt Friedrich. „Da haben wi aber leider nicht die eine Master-Lösung, die wir anbieten können.“ Doch auch das hätte erhebliche Nachteile, nicht zuletzt die noch höhere technische Hürde: Denn sichere biometrische Verfahren sind im Funktionsumfang von Smartphones erst in den zurückliegenden Jahren zum Standard geworden. Wer ein älteres Smartphone besitzt, wäre damit ausgeschlossen.

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