E-Rezept: Makelverbot soll nachgeschärft werden

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Berlin - Die Regierungsfraktionen im Bundestag wollen ein Schlupfloch beim Makelverbot für E-Rezepte schließen: Es soll künftig explizit nicht mehr nur für das E-Rezept selbst, sondern auch den E-Rezept-Token gelten. Und anders als bisher soll das Makelverbot kein zahnloser Tiger mehr sein – sondern mit einem Bußgeld bewährt werden.

Die Unions- und die SPD-Fraktionen im Bundestag wollen das Makelverbot wasserdicht machen. In ihren Änderungsanträgen zum Digitale Versorgung und Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG) fordern sie eine Ergänzung in §11 Apothekengesetz (ApoG). Demnach soll dort nicht mehr nur die Rede von der „Einlösung elektronischer Verordnungen“ sein, sondern künftig die „Zuweisung von Verschreibungen in elektronischer Form oder von elektronischen Zugangsdaten zu Verschreibungen in elektronischer Form“.

§11 ApoG regelt, dass „Erlaubnisinhaber und Personal von Apotheken (…) mit Ärzten oder anderen Personen, die sich mit der Behandlung von Krankheiten befassen, oder mit Dritten keine Rechtsgeschäfte vornehmen oder Absprachen treffen, die eine bevorzugte Lieferung bestimmter Arzneimittel, die Zuführung von Patienten, die Zuweisung von Verschreibungen oder die Fertigung von Arzneimitteln ohne volle Angabe der Zusammensetzung zum Gegenstand haben“ – das gilt explizit auch für EU-Versandapotheken.

Bisher beschränkte sich der Wortlaut aber auf „Rechtsgeschäfte oder Absprachen, die die Einlösung elektronischer Verordnungen zum Gegenstand haben“. Mit den Änderungen wollen die Regierungsfraktionen klarstellen, „dass das Zuweisungs- und Makelverbot insbesondere auch für die elektronischen Zugangsdaten (eToken) gilt, die für den Zugriff auf die Verordnungsdaten und die Einlösung der elektronischen Verordnungen benötigt werden“, so der Änderungsantrag. Das Zuweisungs- und Makelverbot sei ein „wesentliches Element der Maßnahmen zur Absicherung der freien Apothekenwahl und zur Sicherstellung einer flächendeckenden Arzneimittelversorgung der Bevölkerung durch wohnortnahe Apotheken“. Es müsse deshalb „stringent und kohärent geregelt sein und gegebenenfalls weiterentwickelt werden, damit der verfolgte Regelungszweck auch tatsächlich erreicht wird“. Mögliche Umgehungsstrategien müssten verhindert werden.

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