Zahlen aus der Pilotregion Berlin/ Brandenburg

Gematik: „Das E-Rezept ist beherrschbar“

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„Die Testphase hat nicht die Größenordnung erreicht, die wir uns vorgestellt haben“, räumte Hartge gegenüber der Ärztezeitung ein. Allerdings seien die Teilnahmezahlen auch nicht „der finale Status“: Schließlich gebe es auch die Konnektathons, bei denen die Unternehmen der Branche das E-Rezept in einer synthetischen Umgebung erproben können. Rund 50 Unternehmen hätten dabei insgesamt 8500 fiktive Rezepte verarbeitet. „Wir haben ein Testset entwickelt, das alle vorstellbaren Rezept-Szenarien abdeckt“, so Hartge. „Diese Tests im synthetischen Bereich stimmen uns sehr zuversichtlich.“ Deshalb gebe es keinen Grund für eine Verschiebung in letzter Minute. „Das E-Rezept ist beherrschbar und es ist machbar, die Anwendung sauber und flächendeckend einzuführen.“

Es könne natürlich trotzdem sein, dass beim Start kleinere Probleme auftreten, doch die würden nicht grundlegend sein. „Wir müssen hier vielleicht lernen, Fehler und Probleme etwas zu entdramatisieren“, so Hartge. Er glaube nicht, dass den Arztpraxen ein ähnliches Chaos bevorstehe, wie es die KBV befürchtet und wie es bei der Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) tatsächlich zu beobachten war. Auch damals war erklärt worden, dass alle Krankenkassen die eAU empfangen könnten – während sich in den Praxen die Fehlermeldungen zu unzustellbaren eAU häuften.

Beim E-Rezept werde so etwas nicht passieren, erklärt Hartge. Denn dort sei die Prozesskette eine andere, schließlich übermittelten die Arztpraxen das E-Rezept nicht an Krankenkassen oder Apotheken, sondern legen es nur verschlüsselt auf einem Gematik-Server ab. „Es muss nur die Strecke von der Arztpraxis zu unserem Server funktionieren“, so Hartge.

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