Welche Zukunft haben Immunkarten aus der Apotheke?

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Berlin -

In wenigen Wochen tritt Deutschland in die letzte Phase der Corona-Pandemie: Mit zunehmender Durchimpfungsrate wird auch die Frage nach Erleichterungen für Immunisierte immer drängender. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat deshalb am Montagabend die Marschrichtung bekanntgegeben: Geimpfte sollen ab Juni sukzessive ihre Grundfreiheiten zurückerhalten. Doch damit sind zahllose praktische Fragen verbunden, allen voran eine: Wie können sie sich im Alltag praktisch ausweisen? Just zeitgleich erklärten Apotheker Tamim Al-Marie und zwei Gäste bei VISION.A Webinar, dem kostenlosen Streamingangebot powered by APOTHEKE ADHOC und PTA IN LOVE, welche Perspektive sie in naher Zukunft für die Immunkarte Covid-19 sehen.

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Schon im Sommer dürfte es ein alltägliches Bild werden: Egal ob im Baumarkt, beim Friseur oder den dann wieder möglichen Restaurantbesuchen – Kunden müssen ihren Immunisierungsstatus belegen und erhalten dann ohne weitere Einschränkungen Zutritt. „Lange war die Datenlage dazu schwierig, das hat sich jedoch maßgeblich am Osterwochenende geändert“, erklärt Al-Marie, der Gründer von Immunkarte Covid-19. Denn mit dem neuen Infektionsschutzgesetz – in der Presse vor allem für seine „Bundesnotbremse“ bekannt – wurde auch festgeschrieben, dass Rechtsverordnungen Erleichterungen und Ausnahmen sowie besondere Regelungen für Personen, bei denen von einer Immunisierung auszugehen ist, ermöglichen sollen.

Doch wie wird das in der Praxis ablaufen? Ein digitaler Impfpass ist geplant. Was von solchen Ankündigungen staatlicherseits zu halten ist, hat sich im vergangenen Jahr allerdings mehrfach gezeigt, nicht zuletzt bei der anfangs viel gepriesenen und dann in der Bedeutungslosigkeit versunkenen Corona-Warn-App. „Es ist für uns erst mal irrelevant, was vielleicht irgendwann mal kommen wird, sondern es ist relevant, was wir jetzt haben. Und wir wollen das jetzt zur Verfügung stellen“, sagt Al-Marie. Sollte der digitale Impfpass kommen, werde natürlich versucht, auch die Immunkarte dort einzubinden.

Allerdings zeichne sich ohnehin bereits ab, dass es „nicht nur eine Lösung geben wird, sondern wahrscheinlich eine Handvoll Lösungen“, so Al-Marie. Für die Anerkennung der Karte durch Politik und Wirtschaft trommelt er derzeit, und die Zahl der Unterstützer wächst. „Es ist ein absolutes Hilfsmittel, wenn wir für die älteren die Karte haben und für die digital Affinen die App-Lösung“, erklärte dazu Andreas Back, Leiter des Qualitätsmanagements bei der Baumarktkette Hornbach und Chef des Krisenkernteams, das für die Konzipierung der Corona-Maßnahmen im Konzern zuständig ist. „Das lässt sich relativ schnell und leicht mit unseren Systemen verbinden“, sagt er über die Immunkarte. „Ich weiß gar nicht, ob es dafür extra von der Politik nochmal eine Freigabe braucht.“ Andere Unternehmen und Branchen, beispielsweise eine Kinokette, signalisieren ebenfalls bereits Interesse.

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