Phase I/II

Sanofi: mRNA-Impfstoff wird geprüft

, Uhr
Berlin -

In Deutschland sind bereits zwei mRNA-Impfstoffe (Biontech, Moderna) zugelassen. Ein dritter könnte bald per Notfallzulassung folgen (Curevac). Die neuartigen Impfstoffe weisen eine hohe Wirksamkeit auf, gerade im Vergleich mit den Vektorviren-Impfstoffen. Nun will auch der Pharmariese Sanofi einen solchen Impfstoff auf den Markt bringen. Gemeinsam mirt dem US-Partner Translate Bio wird ein mRNA-Impfstoff entwickelt. Die klinische Prüfung wurde gestartet.

Bislang lief es für Sanofi bei der Entwicklung des Corona-Impfstoffs nicht gut. Mitte Dezember teilte der Konzern mit, dass es bei dem gemeinsam mit GlaxoSmithKline (GSK) entwickelten Impfstoff eine unzureichende Immunreaktion bei älteren Personen gab. Daraufhin wurde der rekombinant hergestellte adjuvantierte proteinbasierte Impfstoff verbessert. Aktuell wird die Vakzine erneut geprüft. Parallel bot sich Sanofi an, bei der Produktion für andere Hersteller zu helfen. Eine Blamage für den Konzern, der nicht nur zu den führenden Impfstoffherstellern weltweit gehört, sondern auch der große Hoffnungsträger der EU war.

Parallel hatte Sanofi im vergangenen Jahr eine Kooperation mit Translate Bio aufgelegt, hier kommt die mRNA-Technologie des Biotech-Unternehmes zum Einsatz. „Die Teams von Translate Bio und Sanofi Pasteur haben im Rahmen unserer laufenden Zusammenarbeit mit mRNA-Impfstoffen ermutigende präklinische Daten für mehrere Ziele bei Infektionskrankheiten erstellt. Diese Arbeit wird als starkes Fundament dienen, wie wir direkte gemeinsame Forschungsanstrengungen gegen Covid-19 zur Bekämpfung dieser Bedrohung der öffentlichen Gesundheit koordinieren“, verkündete Ronald Renaud, Vorstandsvorsitzender von Translate Bio im vergangenen Sommer. Nun steht die klinische Prüfung in den Startlöchern.

Der Impfstoffkandidat trägt den vorübergehenden Namen MRT5500. Innerhalb einer randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Phase-I/II-Studie soll nicht nur die Wirksamkeit, sondern auch das optimale Dosierungsschema analysiert werden. An der Studie nehmen 415 erwachsene Probanden teil. Geimpft wird mit einem Regime aus zwei Dosen im Abstand von 21 Tagen. Geprüft werden die Dosierungen 15 µg, 45 µg und 135 µg.

Um die Kooperation weiter ausbauen zu können, beteiligte sich Sanofi im vergangenen Jahr mit 125 Millionen US-Dollar an Translate Bio. Sanofi erhält die weltweiten Rechte an der Entwicklung, Herstellung und am Vertrieb der geplanten Impfstoffe. Translate Bio habe Teilrechte am erwarteten Umsatz. Die Einnahmen werden auf bis zu 1,9 Milliarden Euro geschätzt.

 

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Mehr zum Thema
Deckelung der 3-Prozent-Marge
Sparpaket: Geschacher um Apothekenhonorar »
Transport- und Energiekosten bereiten Sorge
Phoenix: Mehr Umsatz, weniger Gewinn »
Kritik nach Beragena-Fall
Hänel: Inkassopflicht muss weg »
Mehr aus Ressort
Neuer Subtyp könnte BA.5 ablösen
Omikron: BA.2.75.2 bisher ansteckendste Variante »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Deckelung der 3-Prozent-Marge
Sparpaket: Geschacher um Apothekenhonorar»
Kritik nach Beragena-Fall
Hänel: Inkassopflicht muss weg»
Staatssektretär überrascht mit Ansage
Spargesetz: Geht da noch was?»
EMA empfiehlt Antikörperpräparat
Beyfortus: Passive Immunisierung gegen RSV»
Zytostatikum & Immunsuppressivum
Melanomrisiko durch MTX?»
EU-Kommission sichert 10.000 Einheiten
Affenpocken: Was kann Tecovirimat?»
Limit für geringfügige Beschäftigung erhöht
Minijob: 70 Euro mehr verdienen»
A-Ausgabe Oktober
90 Seconds of my life»
Kompetenter Begleiter für alle Leser:innen ab 60
my life Senioren»
Das Kindermagazin der my life Familie
Platsch»
Debatte geht in die nächste Runde
EMA befürwortet Biosimilar-Austausch»
Jede Verordnungszeile einzeln
Mehrfachverordnungen: Wie wird beliefert?»
Was wird von der Kasse erstattet
Retaxgefahr: Sprechstundenbedarf auf Rezept»