Kritik an Höchstmenge für Biontech

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Berlin -

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) will bei Booster-Impfungen verstärkt auf Moderna und weniger auf Biontech setzen. So sollen zunächst Bestände abgebaut werden. Kritiker des Vorhabens sprechen von einer Handbremse und einem schlechten Scherz.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek protestiert gegen eine vom BMG angekündigte Begrenzung der Biontech-Auslieferungen. Das sei inakzeptabel, sagte der CSU-Politiker. Holetschek, der auch Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder ist, will dies nun auf die Tagesordnung der für Montag geplanten GMK-Beratungen setzen. „Das muss besprochen und gelöst werden.“ Auch Politiker von Grünen und FDP sowie die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierten das Vorhaben.

Das BMG hatte in einem Schreiben an die Länder betont, dass bis Jahresende genug Impfstoff auch für Auffrischungsimpfungen zur Verfügung stehe. Neben dem Präparat von Biontech/Pfizer solle dafür aber vermehrt das von Moderna eingesetzt werden. Andernfalls drohten eingelagerte Moderna-Dosen ab Mitte des ersten Quartals 2022 zu verfallen, was aber vermieden werden müsse.

Für Biontech sollen daher Höchstbestellmengen definiert werden, wie es in dem Schreiben heißt. Praxen sollen demnach vorerst maximal 30 Dosen pro Woche bestellen können, Impfzentren und mobile Impfteams 1020 Dosen. Betont wird: „Bestellungen für Moderna-Impfstoff werden keiner Höchstgrenze unterliegen und vollumfänglich beliefert.“

Bund und Länder hätten gemeinsam festgelegt, dass es nun eine große, gemeinsame Kraftanstrengung beim Impfen brauche, sagte Holetschek. „Diese werden alle Bundesländer mit aller Kraft in Angriff nehmen.“ Erst- und Zweitimpfungen seien wichtig, besonders aber auch die Booster-Impfungen. Wenn man nun höre, dass der Biontech-Impfstoff eingeschränkt werden solle, sei das „absolut inakzeptabel und zerstört das notwendige Vertrauen, dass die Bürgerinnen und Bürger in dieser hochdramatischen Lage in uns haben müssen“. Nicht nur für die Impfzentren sei dies inakzeptabel, sondern vor allem auch für die Ärzteschaft, die darauf sämtliche Planungen ausgerichtet habe.

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