Nachdem im thüringischen Saale-Orla-Kreis in mehreren Apotheken gefälschte Rezepte vorgelegt wurden, mahnt die Polizei Apotheken zur Wachsamkeit. Auf dem Rezept standen jeweils Hochpreiser, die den Tätern teilweise auch ausgehändigt wurden.
Der entstandene Schaden beläuft sich bei den betroffenen Apotheken auf mehrere Tausend Euro. In allen Fällen kam ein Mann zur Abholung der Medikamente in die Apotheke. „Dieser wird als etwa 30 bis 40 Jahre alt, circa 1,90 Meter groß und schlank beschrieben. Den Abholungen gingen jeweils Telefonate zwischen den beteiligten Apotheken voraus. Erst im Nachgang wurden die gefälschten Rezepte erkannt und die Sachverhalte bei der Polizei angezeigt“, heißt es von der Polizei.
„Die Polizei weist insbesondere Apotheken und andere Ausgabestellen für Medikamente darauf hin, bei der Herausgabe hochpreisiger Medikamente Rezepte besonders sorgfältig auf ihre Echtheit zu prüfen. Bei verdächtigen Umständen sollte bereits vor einer möglichen Abholung die Polizei informiert werden“, heißt es daher. So könnten die Täter im Bestfall direkt in der Apotheke gestellt werden. „Ist ein Schaden bereits eingetreten, sollte ebenfalls unverzüglich die Polizei verständigt werden“, so der Hinweis der Polizei.
Einen Fall hat auch das Polizeipräsidium Neubrandenburg kürzlich aufgedeckt: Am Dienstag konnten hier zwei Frauen im Alter von 29 und 36 Jahren gestellt werden, die im Verdacht stehen, Rezepte gefälscht und eingelöst zu haben. Die Frauen sollen am Vormittag eine Apotheke in Löcknitz aufgesucht haben, um ein mutmaßlich gefälschtes Privatrezept für verschreibungspflichtige Beruhigungsmittel (BtM) einzulösen.
Doch nach der Abgabe soll eine der beiden Tatverdächtigen noch einmal in die Apotheke zurückgekehrt sein, um ein weiteres Privatrezept einzulösen. „Da den Mitarbeitenden das Rezept auffällig erschien, überprüften sie dieses und stellten weitere Widersprüche fest“, so die Polizei. Währenddessen zog sich die Frau ohne Beute zurück und flüchtete mit dem Auto.
In der Apotheke wurden daraufhin auch bei dem bereits eingelösten Rezept Auffälligkeiten festgestellt, anschließend wurde die Polizei hinzugezogen. Die Beamten fahndeten nach den beschriebenen Frauen und dem Fahrzeug, während die beiden Tatverdächtigen es am Mittag auch bei einer Apotheke in Pasewalk versuchten. Doch das Personal war aufmerksam und verständigte direkt die Polizei.
Als die Beamten schließlich das Auto und die beiden Tatverdächtigen ausfindig machen konnten, wurden BtM, entsprechende Kaufbelege und diverse mutmaßlich gefälschte Privatrezepte aufgefunden und beschlagnahmt.
Auch Hinweise auf einen dritten, ähnlich gelagerten Sachverhalt in einer Apotheke in Penkun wurden gefunden, der sich am späten Morgen zugetragen haben könnte.
Die 36-Jährige ist bereits wegen ähnlicher Delikte polizeilich bekannt. Die Kriminalpolizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Urkundenfälschung, des Abrechnungsbetrugs sowie wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz gegen die beiden Frauen eingeleitet.
Das Polizeipräsidium Schwaben Nord berichtete Ende vergangenen Monats hingegen von einem Fall aus Lechhausen, bei dem die Täter versuchten, an Testosteron zu gelangen. Einem Mitarbeiter einer Apotheke sei der Verdächtige mit einem gefälschten Rezept aufgefallen. Der Mann kam am Abend in die Apotheke und konnte noch direkt vor Ort von der Polizei festgenommen werden.
„Während der vorläufigen Festnahme wurde der 34-Jährige noch von einem 41-jährigen Mann telefonisch kontaktiert. Im Rahmen der weiteren Ermittlungen erhärtete sich der Verdacht, dass der 41-Jährige als Täter von weiteren Rezeptfälschungen in Betracht kommt“, beschreibt die Polizei den Fall.
Bei der Durchsuchung der Wohnungen der beiden Männer noch am selben Abend konnten demnach umfangreiche Beweismittel aufgefunden und sichergestellt werden. Die beiden Männer wurden zunächst wieder entlassen, gegen sie wird wegen Urkundenfälschung ermittelt.
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