Pille danach

Frauenärzte: Apotheker müssen falsch beraten

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ADHOC: Wie sieht das in der Praxis aus?
ALBRING: Auf jeden Fall wird UPA auch nach dem OTC-Switch häufiger abgegeben als LNG, und das ist begrüßenswert, weil UPA zu jeder Zeit der Abgabe den Eisprung sicherer verhindern kann als LNG, und weil es bei erhöhtem Körpergewicht zuverlässiger wirkt.

ADHOC: Was muss bei dem moderneren Wirkstoff beachtet werden?
ALBRING: Vor der Einnahme vor allem von UPA sollte eine Schwangerschaft durch eine sorgfältige Zyklusanamnese ausgeschlossen sein; liegt die letzte Blutung länger als üblich zurück oder war sie schwächer als normal, so kann es sein, dass die Frau bereits schwanger ist. Ob Apotheker eine solche Anamnese vor der Abgabe von UPA immer durchführen, ist uns nicht bekannt.

ADHOC: Wie bewerten Sie das erste halbe Jahr mit der rezeptfreien „Pille danach“ insgesamt?
ALBRING: Die ersten sechs Monate sind im Prinzip so gelaufen, wie wir das erwartet haben. Die Verkaufszahlen sind um etwa 40 Prozent gestiegen, statt, wie von ProFamilia, Herstellern und der Politik – aus internationalen Vergleichen – ausgerechnet, um das Vierfache. Das bedeutet, dass es bei der vorigen Regelung mit der Rezeptpflicht keineswegs eine eklatante Unterversorgung gab. Da Apotheker keine Zyklusberechnung machen können und sollten, geben sie natürlich jeder Frau, die um die „Pille danach“ bittet, das Arzneimittel aus. Das entspricht auch unserer Empfehlung für das OTC-Szenario.

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