Apotheker entwickelt Lösung

Notdienstaushang: „Ausdrucken war sehr mühsam“

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Berlin -

Apotheken unterliegen vielen Pflichten. Eine davon betrifft den Hinweis auf die nächsten notdiensthabenden Betriebe während der Schließzeiten. Apotheker Sebastian Riesinger aus Bayern hatte keine Lust mehr auf ausgedruckte Zettel und Ärger mit Bildschirmen. Der Inhaber von drei Apotheken entwickelte gemeinsam mit seinem Bruder eine Software für E-Book-Reader. 

Riesinger ist seit knapp vier Jahren selbstständig. Der 29-Jährige stammt aus einer Apothekerfamilie, sein Bruder Johannes ist PTA. Das Thema Notdienstaushang war ihm immer wieder eine Last. „Das Ausdrucken war sehr mühsam“, sagt er. „Sobald die Filialleitung im Urlaub war, wurde es vergessen.“

Die Notdienstanzeigen sind Pflicht für Apotheken: Laut Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) muss an nicht dienstbereiten Apotheken für Patientinnen oder Patienten oder andere Kundinnen und Kunden „an deutlich sichtbarer Stelle ein gut lesbarer Hinweis auf die nächstgelegenen dienstbereiten Apotheken“ angebracht werden. Auch wenn die Kundschaft in Zeiten von Smartphones vielfach im Internet nach einer notdiensthabenden Apotheke suche, sei der Aushang vorgeschrieben, sagt Riesinger.

Thema störte immer wieder – „Es war frustrierend“

Zwischenzeitlich wechselte er zu Bildschirmen. Doch auch hier gab es Probleme – wenn auch nicht oft, kam das Thema Aushang immer wieder auf. Der Browser sei abgestürzt oder die Bildschirme seien defekt gewesen. „Es war frustrierend. Im vergangenen Jahr haben wir dann gesagt, jetzt machen wir es richtig.“

Gemeinsam mit seinem Bruder entwickelte er eine Software für ein vollautomatisches E-Paper-Display. Es synchronisiere sich in Echtzeit mit den Notdienstdaten der Landesapothekerkammern und sei kabellos sowie sonnenlichttauglich. Ausdrucken und Kabelsalat gehörten damit der Vergangenheit an.

Genutzt werden recycelte E-Reader. Sie arbeiten sofort autonom und aktualisieren sich 365 Tage im Jahr vollautomatisch. Die Batterie halte mehrere Monate und die Nutzerinnen und Nutzer erhielten eine Warnung, wenn der Akkuladestand gering werde. Riesinger verkauft das „Rhinopad“ an andere Apothekerinnen und Apotheker. Je nach Größe und Halterung werden einmalige Kosten zwischen 200 und 400 Euro fällig. Monatlich kommen 10 Euro für Server und Wartung dazu.

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