Sylke Bergmann kritisiert Impfpflicht

Impf-Apothekerin kontert Spahn Alexander Müller, 06.05.2019 10:12 Uhr

Die Impfungen gleich in der Apotheke durchzuführen, wie an anderer Stelle von Spahn vorgeschlagen, hält Bergmann für keine gute Idee: „Das sollte bei den Ärzten bleiben, die dafür ausgebildet wurden.“ Zutrauen würde sie sich das Impfen nach einer ausführlichen Schulung grundsätzlich schon. „Aber warum sollen wir jetzt nicht mit dem Check anfangen?“ Die Aufklärungsmöglichkeiten einer Apotheke vor Ort sollte gesehen und auch genutzt werden. „Ich halte den bezahlten Impfpass-Check für einen Schritt in die richtige Richtung“, formuliert Bergmann ihre Forderung. Sie hofft sehr, dass der Check bald von allen Apotheken durchgeführt werden kann.

In ihrer Projektarbeit zu Allgemeinpharmazie hat Bergmann die Durchführung des Checks aufgeführt und dokumentiert. Die schriftliche Dokumentation und Auswertung erfolgte in diesem Rahmen für den Impfpass-Check 2018 von Anfang September bis Ende November. Insgesamt 31 Impfausweise wurden vom Team der Margareten-Apotheke überprüft. „Von diesen Impfpässen entsprach nur einer den aktuellen Empfehlungen der STIKO. Ansonsten waren die Impfungen unvollständig und wurden von uns entsprechend dokumentiert und dem Kunden als Empfehlung mitgegeben“, heißt es in Bergmanns Bericht. Das Ergebnis zeige, wie wichtig der Impfpass-Check sei. „Die Apotheken können viel dazu beitragen, dass sich die Durchimpfrate in Deutschland erhöht.“

Bergmann kennt aus ihrem Alltag auch die Bedenken der Menschen gegen das Impfen, das häufig mit Komplikationen und Nebenwirkungen in Zusammenhang gebracht werde. In ihrer Apotheke habe es aber insgesamt wenige Diskussionen über Nutzen und Risiko gegeben: „Unser Eindruck ist, dass die Kunden gegenüber dem Impfen eher positiv eingestellt sind.“ Impflücken kamen laut Bericht meist nicht aus Ablehnung, sondern aus anderen Gründen zustande: Die Kunden hatten etwa Auffrischungsimpfungen vergessen oder ihren Impfausweis verloren. Auch Übertragungsfehler von altem zu neuem Impfpass kamen vor, ebenso wie ungünstige Kombinationen bei früheren Impfungen, so dass etwa Pertussis oder Polio fehlte.

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