AvP-Insolvenz

Hilfsprogramm: Apothekerin ärgert sich über Noventi APOTHEKE ADHOC, 29.09.2020 15:33 Uhr

Berlin - Mit der Insolvenz von AvP hat bei den Rechenzentren das Wettrennen um die Kunden des einstigen Konkurrenten begonnen. Noventi hatte vor zwei Wochen öffentlichkeitswirksam ein Hilfsprogramm verkündet: 250 Millionen Euro sollten für kurzfristige Abschlagszahlungen an Neukunden zur Verfügung stehen. Doch nicht immer ging es so schnell wie erhofft – bei einer Apothekerin kam die Zahlung mit Verzögerung.

Monika Herzog, Inhaberin der Herzog-Apotheke aus Wiesloch, ist von AvP zu Noventi gewechselt. Nachdem sie die Verträge unterzeichnet hatte, gab sie am vergangenen Mittwoch zum ersten Mal ihre Rezepte für das neue Rechenzentrum in die Post. Laut Sendungsverfolgung traf das Paket einen Tag später mittags bei Noventi ein.

Herzog war daher zuversichtlich, den Abschlag in den nächsten 24 Stunden zu erhalten – so wie es nicht nur in der offiziellen Erklärung des Unternehmens, sondern auch in den Live-Seminaren versprochen worden war. Die Apothekerin hatte sich genau an das vorgegebene Prozedere gehalten und auf dem Begleitschein das entsprechende Feld für den Sonderabschlag ausgefüllt: Die Abrechnungssumme abzüglich 10 Prozent sollte vorab auf ihr Konto überwiesen werden.

Doch am Montag hatte sie immer noch keinen Sonderabschlag auf ihrem Konto verbuchen können. Nach den Erfahrungen mit AvP lagen die Nerven natürlich blank: Sie hakte bei ihrer Bank nach, dort sagte man ihr, dass der Betrag bislang weder eingegangen noch angekündigt sei. Auch beim Vorgesetzten ihrer Außendienstmitarbeiterin habe sie sich bereits erkundigt, der habe ihr zugesichert, dass das Geld am Freitag ausgezahlt worden sei. Kurz darauf habe allerdings die Außendienstmitarbeiterin selbst angerufen und erklärt, dass die Auszahlung erst dann erfolgen könne, wenn sie die letzte, am besten aber die drei letzten AvP-Abrechnungen vorlege, damit man die Höhe des Abschlages überprüfen könne. „Das ist doch recht widersprüchlich“, findet Herzog, zumal sich der Abschlag ja auf die eingereichten Rezepte beziehe und nicht auf frühere Abrechnungen. „Ich weigere mich, die letzten AvP-Abrechnungen an VSA zu senden.“

Immerhin: Am Dienstagvormittag kam die Überweisung dann doch noch. Herzog kann aufatmen. Dass derzeit viele Neukunden einen Sonderabschlag verlangen, um ihren Liquiditätsengpass auszugleichen, kann sie nachvollziehen. Auch für eventuelle Kapazitätsprobleme angesichts der erhöhten Nachfrage habe sie Verständnis. Dann allerdings hätte Noventi eben nicht die Zusage geben sollen, innerhalb von 24 Stunden auszubezahlen, sagt sie – wobei der erste Ärger mit der Zahlung erst einmal verflogen ist.

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