Versorgung von Privatpatienten

Grippeimpfstoffe: Wo bleiben die Einzelpackungen? APOTHEKE ADHOC, 23.09.2020 14:42 Uhr

Berlin - „Grippeimpstoff gibt es nicht für alle“, titelte am Wochenende die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS). „Die Grippeschutzimpfung war nie so wichtig wie in diesem Corona-Herbst. Aber der Impfstoff wird nicht für alle reichen. Ausgerechnet Privatpatienten könnten leer ausgehen.“ Was es damit auf sich hat, erläuterte vor kurzem PTA IN LOVE in einem Beitrag.

In der letzten Augustwoche wurden demnach die ersten Grippeimpfstoffe an die Apotheken und den Großhandel ausgeliefert. Bislang wurden vorrangig die Packungen à zehn Einheiten zur Verfügung gestellt, mit denen der Sprechstundenbedarf bedient werden kann. Privatversicherte können aus solchen Kontingenten nicht geimpft werden, die sie ja von den Kassen bezahlt werden. In der Regel kommen kommen Selbstzahler daher vor oder nach der Impfung mit einem eigenen Rezept in die Apotheke und nehmen den Impfstoff mit in die Praxis – wo er dann injiziert oder zum Auffüllen des Sprechstundenbedarfs verwendet wird.

Auseinzeln ist keine Lösung, denn Teilmengen dürfen nur auf ausdrückliche ärztliche Anordnung abgegeben werden. Außerdem trägt die Apotheke das finanzielle Risiko, auf den restlichen Impfdosen der Packung sitzen zu bleiben. Gegenüber der FAS erklärte eine Sprecher des PKV-Verbands, dass die Versicherungen im Zweifel Apothekern auch die ganze Zehnerpackung bezahlen würden.

Aufgrund der Corona-Pandemie wird in dieser Saison mit einer erhöhten Impfbereitschaft gerechnet. Schon jetzt haben die Ärzte mit dem Impfen begonnen und vielerorts bereits versucht, Grippeimpfstoffe nachzuordern. Da mit einer Knappheit gerechnet wird, gibt es seitens der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) die dringende Empfehlung, „zunächst und verstärkt“ Risikogruppen und Gesundheitspersonal zu impfen. Dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sich zuletzt für flächendeckende Impfungen ausgesprochen hat, stellt die Hausärzte laut einem Bericht der Kieler Nachrichten vor ein Dilemma: „Wir sprechen nur Patienten aktiv auf die Impfung an, die zu einer Risikogruppe gehören, wie Menschen mit Diabetes oder Herzkranke“, wird Thomas Maurer, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Schleswig-Holstein, zitiert. Allerdings verwehre er auch keinem Patienten die Impfung.

Maurer geht laut Bericht davon aus, dass es im November knapp werden könnte. „Wenn der Impfstoff weg ist, ist er weg“, wird er zitiert. Allerdings könnte dann die von Spahn bestellte Reserve ins Spiel kommen – das Bundesgesundheitsministerium hatte zusätzliche zu den 20 Millionen Dosen weitere sechs Millionen Einheiten bestellt. Bislang war unklar, wie diese verteilt werden sollen – laut FAS soll das Gros ab November an Praxen und Apotheken ausgeliefert werden. Laut Bericht wird den Impfstoffen ansehen, dass sie ursprünglich nicht für den deutschen Markt produziert wurden: Die Packungen sind zum Teil französisch beschriftet.

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