Filialen teurer als Einzelapotheken

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Berlin -

Auf dem Apothekenmarkt vollzieht sich ein schleichender Konzentrationsprozess. 35 Prozent aller neu gegründeten oder übernommenen Apotheken sind nach einer Analyse der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank) Filialen. Das Besondere: Apotheker sind bereit, für Filialen mehr Geld auf den Tisch zu legen als für Einzel- oder Hauptapotheken. Auch die Bereitschaft, ganze Apothekenverbünde zu übernehmen, ist weiter gestiegen. Schließlich variieren die erzielten Verkaufspreise je nach Standort ganz erheblich.

Dass Apotheken neu eröffnet werden, ist laut Apobank die Ausnahme: Von allen „Gründungen“ entfallen nur 3 Prozent auf echte neue Einzel- oder Hauptapotheken. Während sich diese Zahl seit 2014 konstant hält, ist der Anteil der neu eröffneten Filialen von 11 auf 4 Prozent gesunken.

Die meisten „Gründungen“ sind genau genommen Besitzerwechsel: Während der Anteil der übernommenen Haupt- und Einzelapotheken mit 56 Prozent annähernd stabil (2014: 54 Prozent) ist, ist die Quote der Apotheken, die vom neuen Besitzer als Filiale weiter betrieben werden, von 21 auf 31 Prozent gewachsen. Der Rest entfällt auf Pacht- und Gemeinschaftsapotheken, deren Anteil von 11 auf 6 Prozent gesunken ist.

„Die Ergebnisse zeigen eine entsprechend starke Bereitschaft, in die Expansion zu investieren“, sagt Georg Heßbrügge, Leiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der Apobank. Er weist darauf hin, dass Apotheker mit dem Ziel der Filialisierung 2016 sogar mehr bezahlten als bei der Existenzgründung: Mit 432.000 Euro waren Filialen – materieller und ideeller Wert, ohne Warenlager und Investitionen – deutlich teurer als Haupt- und Einzelapotheken (396.000 Euro). Zwar sind in der letzteren Gruppe auch Existenzgründer enthalten, die mitunter kleinere Apotheken kaufen. Der Trend ist aber klar: Im Vorjahr war das Verhältnis mit 321.000 Euro versus 403.000 Euro noch umgekehrt.

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