“Ich will Lauterbach überleben”

Filiale als Apotheken-Back-up

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Berlin -

Apothekerin Anja Fischer will ihren Betrieb zukunftssicher aufstellen. Die Inhaberin der Waldmeister-Apotheke in Ilmenau gründete deshalb ihre erste Filiale. Die neuen Räume liegen nur wenige Minuten von der Hauptapotheke entfernt. Der neue Standort sei besser und man wisse nie, wie lange die Ärzte am alten noch blieben, sagt sie.

Fischer übernahm 2007 die Apotheke von ihrer Mutter. Die Apotheke liegt in einem Ärztehaus. Einer der Mediziner werde früher oder später wegziehen, sagt sie. Der Arzt suche schon neue Räume. Denn die Lage des Gebäudes sei nicht optimal. Es gebe kaum Parkplätze und die Räume seien klein. Seit der Einführung des E-Rezepts gingen die Verordnungen zudem „manchmal an uns vorbei“, sagt sie.

Deshalb sah sich Fischer bereits vor drei Jahren nach einem neuen Standort um. Das erste Objekt wurde nichts, dafür fand sie im Januar 2022 die passenden Räume. „Die Offizin hat ungefähr 100 Quadratmeter, hinten sind es 200, da habe ich genug Platz, um auch einmal Schulungen anbieten zu können“, sagt sie.

Verzögerungen wegen Großhandel

Die Eröffnung war eigentlich für Anfang Juni geplant. Doch die neuen Vereinbarungen mit den Großhändlern zogen sich wegen den Verhandlungen nach der Skonto-Sperre hin, sagt Fischer. „Das hat alles erschwert.“ Dazu komme, dass das Team noch nicht vollständig ist. Mit Blick auf die geplanten Light-Filialen betont sie jedoch ab, dass sie „ungern“ eine Apotheke ohne Approbierten eröffnen würde. „Ich habe mir vorgenommen, Lauterbach zu überleben.“

Beim Personal setzt Fischer auch auf ausländische Fachkräfte. Eine syrische Apothekerin habe gerade die Erlaubnis bekommen, ihre Abschlussprüfung machen zu können. „Die Unterlagen lagen mehr als ein Jahr bei den Behörden“, kritisiert die Inhaberin. „Da werden einem noch Steine in den Weg gelegt.“ Auch eine ukrainische Apothekerin will sie einstellen. Dann bestehe das gesamte Team in beiden Apotheken aus 18 Angestellten.

Seit Mitte Juni ist die zweite Waldmeister-Apotheke rund zehn Gehminuten vom alten Standort entfernt eröffnet. „Wir bekommen einiges an Neukunden dazu, die froh sind, dass es hier im Wohngebiet jetzt eine Apotheke gibt.“ Mit dem Schritt zum zweiten Betrieb ist Fischer „sehr zufrieden“. Zwar habe sie das Gefühl „noch nicht fertig mit einräumen“ zu sein. Aber die Apotheke sei mit einem Kommissionierautomaten gut aufgestellt. Der Standort biete zudem mehr Parkplätze und liegt bei einem Edeka-Markt.

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