Rauschgift

Crystal Meth: Rhinopront-Apotheker verurteilt Silvia Meixner, 18.10.2018 15:10 Uhr

Berlin - Rhinopront-Kombi macht die Nase frei – und einen Apotheker kriminell. Und reich. Ein Pharmazeut aus Hof wurde jetzt zu zehn Monaten auf Bewährung und einer Bewährungsauflage von 15.000 Euro verurteilt. Er hatte innerhalb von fünf Jahren rund 140.000 Packungen Schnupfenmittel verkauft – die wurden flugs im benachbarten Tschechien zu Crystal Meth verarbeitet.

Die Zahlen sind eindrucksvoll: Der Apotheker aus Hof verkaufte laut Ermittlern die Grundstoffe für über 120 kg Crystal Meth. Das ist mehr Crystal, als die deutsche Polizei im Jahr sicherstellen kann. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 wurden 114,5 kg beschlagnahmt. Im Jahr 2016 waren es noch 62,2 kg, im Jahr 2009 noch 7,2 kg.

In tschechischen Drogenkreisen wurde die Hofer Adresse freudig herumgereicht. Der Pharmazeut stellte, anders als in Apothekenkreisen empfohlen, nämlich keine lästigen Nachfragen und verkaufte Rhinopront-Kombi in den gewünschten Mengen, mit denen in Erkältungszeiten ganze Dörfer hätten versorgt werden können. Der 68-Jährige wirkte so honorig und vertrauensvoll, dass die Ermittler ihm lange Zeit nicht auf die Spur kamen.

Für die tschechischen Drogendealer muss die Apotheke ein wahrer Glücksfall gewesen sein, denn in der Tschechischen Republik wurde der Zugang zu diesen Medikamenten bereits im Jahr 2009 erschwert. Patienten dürfen laut Gesetz nicht mehr als 24 Tabletten pro Woche kaufen. Im November 2016 verkaufte der Apotheker beispielsweise über 3000 Packungen des Schnupfenmittels.

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