Versicherungsratgeber für Apotheken

, Uhr aktualisiert am 02.05.2015 08:28 Uhr

Ein großes Risiko ist laut Jeinsen die „falsche“ Festsetzung des Werts des Apothekeninhalts: Aus seiner Sicht sollte die Einrichtung nämlich immer zum Neuwert, und nicht zum Zeitwert versichert werden. „Gemeinsam mit Antiquariaten, Kaffeehäusern oder so manchem Juwelier gehören auch Apotheken zu den Geschäftsmodellen, deren historische Einrichtung einen Wert sui generis darstellt“, schreibt er. Bei einem Schaden würden Apotheken, die nur zum Zeitwert versichert sind, aber schätzungsweise nur 10.000 oder 20.000 Euro erhalten – aus Kulanz.

Allerdings könnten sich Apotheken nicht mit einer Übergangslösung oder Provisorien behelfen, denn die Wiedereröffnungsrevision könne erst dann stattfinden, wenn „Lager, Labor und Offizin in einem revisionsfähigen Zustand“ seien – der Inhaber also für mehrere Zehntausend Euro eine komplett neue Apothekeneinrichtung angeschafft hat. „Bieten Sie unabhängig vom Inventaralter niemals einer Apotheke eine Versicherungssumme von unter 300.000 Euro zuzüglich Warenwert an“, empfiehlt Jeinsen seinen Kollegen. Dies sei die unterste Grenze und nur für ganz kleine Apotheken akzeptabel.

Ein weiteres großes Risiko sieht Jeinsen bei der Haftpflichtversicherung. Viele Apotheken seien nur bis 1,5 oder 3 Millionen Euro versichert. Er rät, Apotheken nie weniger als fünf Millionen Euro zuzüglich Haftpflichtsumme anzubieten, und empfiehlt für die Überzeugungsarbeit einen einfachen Vergleich: Für jeden Sonntagsfahrer sei eine Mindest-Haftpflichtsumme für Personenschäden in Höhe von 7,5 Millionen Euro vorgeschrieben – während eine Apotheke werktäglich zwischen neun und zwölf Stunden „höchst aktiv am Geschäftsverkehr teilnimmt“.

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