Öffnungszeiten

Apotheker umgeht Dienstbereitschaft – unwissend APOTHEKE ADHOC, 03.12.2018 13:54 Uhr

Berlin - Die vorgeschriebenen Öffnungszeiten der Apotheken sind eng mit den Dienstbereitschaften gekoppelt; das eine bedingt das andere. Zu welchen Zeiten geöffnet sein muss, hängt aber auch von den jeweiligen Kammern ab. Denn diese kann die Apotheken von der Dienstbereitschaft befreien. Sondergenehmigungen sind nur im engen Rahmen möglich. Ein aktueller Fall zeigt, wie ein Apotheker freitags bereits um 15 Uhr schließt: ohne Sondererlaubnis, unwissentlich und folgenlos.

Pharmazieräte sind für ihre übergenaue und penible Art bekannt; ihr Besuch in der Apotheke ist in der Regel mit diversen Vorbereitungen und einer gewissen Anspannung beim Personal verbunden. Wenn sie mit ihrer Checkliste durch die Apotheke gehen, lassen sie nichts unerwähnt. Wer ist der Apothekenleiter? Wer gehört zum Team? Gibt es ein Nachtdienstzimmer?

Aber auch die Frage nach den Öffnungszeiten der Apotheke stellt sich, insbesondere, wenn es sich dabei um eine Apothekenübernahme handelt. Eine Antwort dazu musste auch Apothekeninhaber Christian Kühn* liefern. Die Apotheke, die er vor einigen Monaten übernommen hat, hat freitags bis 15 Uhr geöffnet – obwohl das eigentlich nicht reicht. Denn die betroffene Kammer schreibt den Inhabern vor, dass die Apotheken freitags bis 18 Uhr geöffnet haben müssen. Abweichungen von dieser Uhrzeit sind in Einzelfällen zwar möglich, aber an eine Sondergenehmigung geknüpft.

„Das wusste ich gar nicht“, sagt Kühn überrascht. „Dem Pharmazierat haben wir damals die Öffnungszeiten vorgelegt. Er hat nichts bemängelt, das war so in Ordnung.” Als Grund für seine verkürzte Öffnungszeiten nennt er das Ärztehaus, das sich in der Nähe seiner Apotheke befindet und bereits um 14 Uhr schließt. „Ab 15 Uhr lohnt es sich finanziell nicht, noch offen zu haben. Am liebsten würde ich bereits um 13 oder 14 Uhr schließen”, ergänzt er.

* Name von der Redaktion geändert

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