Rx-Boni

Umschau für alle – oder keinen

, Uhr
Berlin -

Von Beginn an war die „Apotheken Umschau“ in easy-Apotheken verpönt: Das Franchise-Konzept wollte bei den Kunden lieber mit OTC-Rabatten punkten als mit kostenlosen Zeitschriften. Weil einige Markenpartner ihren Kunden zusätzlich Rx-Boni gewährten, haben sie vielfach Ärger mit ihrer Kammer. easy findet das ungerecht und führt die Gratis-Zeitschriften als Argument ins Feld. Tatsächlich werden die Kollegen mit normalem Apotheken-A rechtlich nur von solchen Kunden gerettet, die „heute nur die Umschau“ nehmen.

Das Heilmittelwerbegesetz (HWG) bereitet den Apothekern an dieser Stelle Kopfschmerzen. Demnach sind Zuwendungen und Werbegaben verboten. Eindeutig gilt dies für direkte Barrabatte bei preisgebundenen Arzneimitteln. Doch es gibt Ausnahmen: Über den Begriff der „geringwertigen Kleinigkeiten“ etwa hat der Bundesgerichtshof (BGH) kleinere Rx-Boni für wettbewerbsrechtlich zulässig erklärt.

Laut HWG dürfen Apotheken auch handelsübliches Zubehör zur Ware verschenken. Das Päckchen Taschentücher fällt in diese Kategorie, der Weihnachtskalender dagegen unter die geringwertigen Kleinigkeiten. Explizit erlaubt ist auch die Übernahme von Fahrtkosten, also beispielsweise eines Bustickets.

Und die „Apotheken Umschau“? Zeitschriften sind wettbewerbsrechtlich erlaubt, solange sie der Kundenwerbung und den Interessen des Abgebenden dienen. Sie müssen zudem in den Herstellungskosten geringwertig sein.

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