Gratiszugaben

Linda hat Ärger mit Sonnenbrille Alexander Müller, 30.03.2017 12:20 Uhr

Berlin - Während es EU-Versendern erlaubt ist, Rx-Boni von bis zu 30 Euro zu gewähren, dürfen Linda-Apotheken einem Allergiemittel keine Sonnenbrille für Centbeträge beilegen. Das Landgericht Köln untersagte die Zugabe. Bei der Apothekenkooperation ist man sich dagegen sicher, dass das Ganze rechtens ist.

Das „Produkt des Monats“ bei Linda ist im März das Antiallergikum Mometahexal (Mometason). Beim Kauf des im Oktober eingeführten Heuschnupfensprays erhalten die Kunden eine Sonnenbrille gratis, solange der Vorrat in den Apotheken reicht.

Die Wettbewerbszentrale sah in dem Angebot einen Verstoß gegen das Heilmittelwerbegesetz (HWG). Dieses verbietet Zuwendungen und Werbegaben beim Verkauf von OTC-Arzneimitteln, sofern es sich nicht eine geringwertige Kleinigkeit handelt. Die angebotene Sonnenbrille liege aber oberhalb der Wertgrenze von einem Euro, so der Vorwurf.

Linda widersprach dieser Sichtweise. Demnach soll der Einkaufwert unter dem Schwellenwert gelegen haben, nämlich bei rund 90 Cent. Die Richter folgten allerdings der Einschätzung der Wettbewerbszentrale, wonach das es nicht auf den objektiven Wert der Zugabe ankommt, sondern auf die Erwartung der Verbraucher. Bei einem „Strandverkäufer“ würden Verbraucher vielleicht eine Billigsonnenbrille erwarten, nicht aber in einer Apotheke.
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