AOK Nordwest streicht Inko-Honorar zusammen

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Berlin -

Die AOK Nordwest will Apotheken das Honorar für die Versorgung mit aufsaugenden Inkontinenzprodukten kürzen. Die Krankenkasse kündigte die Vereinbarung mit den Apotheken zum 31. Januar 2022 und schlägt eine pauschale Vergütung von knapp 12 Euro monatlich vor. „Das ist unwürdig“, kritisiert eine Inhaberin aus Nordrhein-Westfalen. Der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) fordert die Mitglieder:innen unterdessen auf, abzuwarten. Insgesamt seien 1575 Apotheken betroffen.

Knapp 20 AOK-Versicherte versorgt die Apothekerin mit aufsaugenden Inkontinenzprodukten. Aktuell zaht die Kasse dafür rund 17 Euro. „Ich wurde aufgefordert, den Vertrag zu kündigen und im Internet einem neuen beizutreten.“ Die Pharmazeutin kritisiert, dass für knapp 12 Euro keine „qualitative Betreuung“ stattfinden könne. „Das wäre ein Minusgeschäft für uns. Gleichzeitig wollen wir unsere Patienten nicht im Stich lassen.“

Der AVWL rät den Apotheken, die Kund:innen über die Verhandlungen zu informieren. Sie sollen wissen, dass sie bis Ende Januar „auf jeden Fall“ durch die Apotheke versorgt werden könnten und dass sich die Apotheken um eine Anschlussvereinbarung bemühten. Zudem verweist der Verband auf einen Handzettel für die Kunden. Die Inhaberin lobt den Verband für die Informationshilfe für die Endverbraucher. „Darin steht, dass wir sie als vor Ort Apotheke nicht im Stich lassen wollen“, sagt eine Pharmazeutin.

Zudem werde ihnen geraten, sich direkt an die Krankenkasse zu wenden. „Einige unsere Kunden haben das getan und gesagt bekommen, dass sie wohl im November ein Schreiben erhalten werden, an wen sie sich künftig wenden sollen. Es wurde ‚eventuell ein Lieferant aus dem Ausland‘ angekündigt.“

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