Aerosole: Der Weg des Virus

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Berlin -

Zu Beginn der Pandemie ist man davon ausgegangen, dass Sars-CoV-2 sich hauptsächlich über Tröpfchen weiterverbreitet. Mittlerweile weiß man, dass auch Aerosole – also Gemische aus festen oder flüssigen Schwebeteilchen in einem Gas – zum Infektionsgeschehen beitragen. Diese kleinen Partikel können lange in der Luft verbleiben, sodass Abstandhalten allein, gerade in geschlossenen Räumen, nicht ausreichend vor einer Virusverbreitung schützt.

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Mittlerweile ist bekannt, dass das Ansteckungsrisiko in Innenräumen mit am höchsten ist. Schulen und Einzelhändler werden dazu aufgerufen, die Räume regelmäßig zu lüften, sodass Aerosole nicht in der Luft verbleiben. Mit steigender Anzahl der Personen verdichtet sich auch der unsichtbare Aerosol-Nebel – das Infektionsrisiko steigt. Die AHA-Regel senkt das Ansteckungsrisiko. Aerosole und vor allem Tröpfchen haben eine begrenzte „Flugweite“, sodass 1,5 m Abstand die Infektionsgefahr verringern. Auch das Tragen einer Alltagsmaske reduziert die Konzentration an Virus-beladenen Schwebeteilchen in der Luft. Regelmäßiges Händewaschen und -desinfizieren minimiert die Gefahr einer Schmierinfektion.

Tröpfchen

  • relativ groß: > 5 µm
  • sinken schnell zu Boden (50 cm)
  • nach max. 90 Minuten sind keine Tröpfchen mehr in der Luft
  • werden beim Einatmen im oberen Respirationstrakt abgelagert
  • entstehen beim Niesen und Husten, teilweise beim Schreien
  • können sich bei geringer Luftfeuchtigkeit zu Aerosolen umbilden (Austrocknungsvorgang)
  • Abstandsgebot schützt primär vor Tröpfcheninfektionen, gleiches gilt für das Tragen einer Alltagsmaske

Aerosole:

  • relativ klein: 0,3 bis 5 µm
  • verbleiben länger in der Luft
  • je nach Größe und Luftstrom können Aerosole mehrere Stunden in der Luft schweben
  • können bis in die Alveolen der Lunge vordringen
  • entstehen bei der normalen Atmung und beim Sprechen
  • erhöhter Ausstoß beim Schreien und Singen
  • Infektionen über größere Distanzen möglich (Ansammlung in der Luft)
  • geringere Viruslast als in Tröpfchen, durch die Austrocknungsreaktion zusätzlich weniger infektiös als Tröpfchen
  • niedrige Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit halten Aerosole länger infektiös

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