2G: Apotheke sperrt Außendienst aus

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Berlin -

Die strengen Coronaregeln haben spürbare Auswirkungen auf Apotheken. Seit gestern muss der Impfstatus offengelegt werden. Angestellte, die nicht gegen Covid-19 immunisiert sind, müssen ein aktuelles negatives Testergebnis vorzeigen – und zwar täglich. Apotheker Stefan Hartmann geht noch einen Schritt weiter. Er lässt den Außendienst nur unter der 2G-Voraussetzung in seine Betriebe.

Hartmann betreibt vier Apotheken in Gilching und Weßling. Als Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) pflegt er einen guten Kontakt zur Industrie. Bei einem Online-Treffen mit einem Pharmahersteller sei das Thema Impfung bei Außendienstmitarbeiter:innen aufgekommen. Daraufhin entschied der Apotheker, seine Angestellten schützen zu wollen.

Er habe „keine Lust mehr, sich mit Menschen zu beschäftigen, die an Egoismus nicht zu überbieten sind“. Auch deshalb wolle er Konsequenz zeigen. Das Team wurde entsprechend über die neue 2G-Regel informiert. Außendienstmitarbeiter:innen dürfen nur noch mit gültigem Impfzertifikat empfangen werden. Jeder, der die Apotheke betrete, werde zunächst mit der CovPassCheck-App überprüft. „Wenn ein Außendienstmitarbeiter seinen Status nicht bekannt geben möchte, so hat dieser Mitarbeiter die Apotheke zu verlassen.“ Zudem wolle Hartmann im Anschluss die Kontaktdaten haben.

Heute wurden alle Industriepartner über die neue Regelung informiert. Die Außendienst-Regelung könne in dieser oder ähnlicher Form auch für die knapp 50 Partnerapotheken von Hartmanns Kooperation Vitaplus gelten. „Bitte setzen Sie sich bei Bedarf vorab direkt mit unseren Partnerapotheken in Verbindung“, heißt es in dem Schreiben an die Industrie. Zudem wurden die Hersteller gebeten, die Angestellten entsprechend zu informieren.

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