Hilfsmittel zum Verbrauch

Pflegehilfsmittel: 40 Euro für lau APOTHEKE ADHOC, 19.06.2018 08:10 Uhr

Berlin - Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sollen den Angehörigen die Pflege und den Betroffenen den Alltag erleichtern. Maximal 40 Euro zahlt die Pflegekasse pro Monat. Für Apotheken bedeutet dies viel Bürokratie und Feilschen um die Produkte.

Pflegebedürftige Patienten mit einem Pflegegrad (ehemals Pflegestufe), die zu Hause, in einer Wohngemeinschaft oder im betreuten Wohnen leben und gepflegt werden, haben nach §78 Absatz 1 in Verbindung mit §40 Sozialgesetzbuch (SGB) XI Anspruch auf die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch. Erstattet werden Pflegehilfsmittel der Produktgruppe 54, „die zur Erleichterung der Pflege oder zur Linderung der Beschwerden des Pflegebedürftigen beitragen oder ihm eine selbstständigere Lebensführung ermöglichen“. Der Pflegebedürftige verliert jedoch den Versorgungsanspruch, wenn er für einige Zeit stationär in einem Krankenhaus untergebracht wird oder in einem Pflegeheim lebt.

Die Versorgung muss nach Anlage 4 bei der Pflegekasse beantragt werden. Eine ärztliche Verordnung ist hierfür nicht notwendig. Den Antrag auf Pflegehilfsmittel-Erstattung kann der Pflegebedürftige selbst, der gesetzliche Vertreter oder eine beauftragte Person stellen. Der Antrag wird in den meisten Fällen einmalig gestellt und für einen unbefristeten Zeitraum bewilligt. In Einzelfällen kann die Lieferung auch zeitlich begrenzt werden. Unterschiede gibt es auch in der Bewilligung der Produkte.

Maximal kann für 40 Euro pro Monat versorgt werden, eine gesetzliche Zuzahlung für die Leistungsempfänger fällt nicht an. Einige Pflegekassen legen eine Mengenbeschränkung für einzelne Pflegehilfsmittel fest oder bestimmen gar, welche Produkte überhaupt geliefert werden dürfen. Apotheken müssen demnach genau auf die Genehmigung der Pflegekasse achten. Zur Produktgruppe 54 gehören Pflegehilfsmittel zum einmaligen Gebrauch wie beispielsweise Bettschutzeinlagen, Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel für Hände und Flächen, Schutzschürzen oder Mundschutz. In der Anlage sind die Versorgungspreise und Mengen festgelegt. Hier einige Beispiele:

Saugende Bettschutzeinlagen für den einmaligen Gebrauch sind mit der Pflegehilfsmittelpositionsnummer 54.45.01.0001 und einem Höchstpreis von 21,54 Euro inklusive gesetzlicher Umsatzsteuer für 50 Stück abzurechnen. Fingerlinge haben die Nummer 54.99.01.0001 und einen Maximalbetrag von 5,64 Euro für 100 Stück. Einmalhandschuhe sind mittels 54.99.01.1001 für höchstens 7,18 Euro für 100 Stück abzurechnen. Hände- und Flächendesinfektion tragen die Pflegehilfsmittelpositionsnummern 54.99.02.0001 beziehungsweise 54.99.02.0002. In Rechnung können für je 500 ml 8,21 Euro beziehungsweise 6,15 Euro gestellt werden.

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