Festzuschlag

Keine 8,35 Euro für Methadon-Substitution APOTHEKE ADHOC, 27.02.2018 12:24 Uhr

Berlin - Keine Stärkung für Substitutions-Apotheken: Mit Inkrafttreten des Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetzes (AM-VSG) vom Mai 2017 wurde für Rezepturen ein Festzuschlag von 8,35 Euro eingeführt. Dieser gilt jedoch nicht für alle in der Apotheke hergestellten Arzneimittel. Zubereitungen mit Methadon und Levomethadon gehen leer aus.

Eine Apotheke in Schleswig-Holstein musste eine schmerzliche Erfahrung mit der AOK Nordwest machen. Die Kasse retaxierte den Festzuschlag von 8,35 Euro, den der Apotheker für die Herstellung der Methadon-Lösung im Rahmen der Substitutionstherapie berechnet hatte. Der Einspruch des Apothekers wurde abgelehnt.

Die AOK Nordwest bezieht sich für Methadon zur Substitution Opioidabhängiger auf die Anwendung der Hilfstaxe. „Für Methadon-Lösungen gelten die mit den Krankenkassen und dem Deutschen Apothekerverein vereinbarten Preise nach der Anlage 5 des Vertrages zur Hilfstaxe“, schreibt die Kasse. Methadon ist jedoch in Anlage 4 geregelt – Anlage 5 gilt für Levomethadon. Ein Blick in die Anlagen verrät: Die Preisberechnung für Methadon-Lösungen ist an keine Indikation gebunden, für Anlage 5 und Levomethadon gilt die Berechnung der Einzeldosen „im Rahmen der Substitutionsbehandlung“. Historisch bedingt setzt die Kasse die Verwendung der Anlage 4 ebenfalls für die Subtitutionsbehandlung voraus. Eine Gesetzeslücke, die bislang nicht nachgebessert wurde.

Die AOK Nordwest schreibt weiter: „Diese festgelegten Vertragspreise stellen einen Gesamtpreis dar und keine einzelnen Komponenten gemäß §5 Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV). Methadon-Lösungen zur Substitution von Opiatabhängigen fallen nicht unter den §5 AMPreisV Absatz 3. Ein Fixentgelt von 8,35 Euro gemäß AM-VSG kann nicht berechnet werden. Bei Abgabe entsprechender Methadon-Lösungen an Versicherte der gesetzlichen Krankenkasse sind ausschließlich nur die vereinbarten Preise nach Anlage 5 der Hilfstaxe für Apotheken zwingend zu berücksichtigen“. Heißt demnach: Methadon-Zubereitungen, die nicht zur Substitution, sondern im Rahmen der Schmerztherapie angewendet werden, könnten nach der Äußerung der Kasse nach §5 AMPreisV plus Festzuschlag von 8,35 Euro abgerechnet werden.

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