Was Apotheker ergänzen dürfen

Kein Ausstellungsdatum, kein Problem APOTHEKE ADHOC, 15.03.2019 14:19 Uhr

Berlin - Nicht immer hat der Arzt bei der Rezeptausstellung an alle nötigen Angaben gedacht. Mitunter kann das jedoch die Rezeptbelieferung unmöglich machen oder in einer Retaxation enden. Hat der Arzt vergessen, das Ausstellungsdatum anzugeben, ist das in der Regel kein Problem.

Das Datum der Rezeptausstellung dürfen Apotheker sowohl bei Muster-16-Verordnungen als auch bei Betäubungsmittelrezepten ergänzen beziehungsweise korrigieren – es sei denn, die Gültigkeitsdauer ist bereits abgelaufen. Für T-Rezepte gilt diese Regelung nicht. „Die Angabe des Ausstellungsdatums durch den Arzt bleibt bei diesen Verordnungen entgegen Satz 1 zwingend.“

Rechtssicherheit gibt es auf Grundlage des Rahmenvertrages § 3. Der Apotheker verliert den Zahlungs- und Lieferanspruch nicht „bei unbedeutenden Formfehlern von Verordnungen, die einen erkennbaren Irrtum enthalten, unleserlich sind nach § 2 Absatz 1 Nummer 1 bis 7 Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) beziehungsweise § 9 Absatz 1 Nummer 1 bis 8 BtMVV […] nicht vollständig entsprechen und der Abgebende nach Rücksprache mit dem Arzt die Angaben korrigiert oder ergänzt hat“.

Unter die Ziffern fallen beispielsweise das Datum der Rezeptausstellung, Name und Geburtsdatum des Patienten oder Name des Arztes, die Gebrauchsanweisung bei Rezepturarzneimitteln (entsprechend der BtMVV Einzel- und Tagesangabe) sowie die vorgeschriebenen Kennzeichen nach BtMVV wie „A“, „SZ“ oder „N“.

Ergänzt die Apotheke das fehlende Ausstellungsdatum, muss dies auf dem Rezept vermerkt und durch den Abgebenden mit Datum und Unterschrift abgezeichnet werden. Vorab ist mit dem Verschreibenden Rücksprache zu halten und dies auf der Verordnung zu dokumentieren. Eine Rücksprache mit dem Arzt ist laut Rahmenvertrag lediglich bei den Angaben nach § 2 Absatz 1 Nummer 3 AMVV (Name und Geburtsdatum des Patienten) und § 9 Absatz 1 Nummer 1 und § 11 Absatz 1 Nummer 1 BtMVV nicht erforderlich. Vorausgesetzt der Kunde kann die fehlenden Angaben nachweisen oder versichert diese glaubhaft. Die Freistellung gilt auch, wenn im dringenden Fall das verordnete Arzneimittel zweifelsfrei erkennbar ist. Im Nachhinein ist der Arzt zu informieren.

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