Interaktionen und Nebenwirkungen: Antibiotika Teil 2

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Berlin - Kommen bei einer bakteriell bedingten Infektion Antibiotika zum Einsatz, so können je nach Wirkstoff Interaktionen mit anderen Arzneimitteln auftreten. Nachdem in Teil 1 die Wirkweisen, Dosierungen und Nebenwirkungen behandelt wurden, geht dieser zweite Teil darauf ein, welche Einnahmehinweise bei den jeweiligen Wirkstoffen zu beachten sind.

Beta-Lactam-Antibiotika

Penicillin V:
Die gleichzeitige Einnahme des Gicht-Therapeutikums Probenecid führt zu einer Hemmung der renalen Penicillin-Ausscheidung. Der Wirkstoff verbleibt somit länger in Serum und Galle. Ebenso führen Indometacin, Salicylate und Sulfinpyrazon (Gicht) zu einer verlangsamten Wirkstoffausscheidung. Die gleichzeitige Einnahme von Tetracyclinen kann die bakterizide Wirkung von Penicillin V hemmen. Unter der Einnahme von Penicillin sollte ein zusätzlicher Verhütungsschutz zu oralen Kontrazeptiva angewendet werden.

Amoxicillin:
Neben Probenecid wird in der Fachinformation auch Allopurinol als Inhibitor der renalen Amoxicillin-Ausscheidung genannt. Die gleichzeitige Einnahme von Tetracyclinen kann die bakterizide Wirkung von Amoxicillin hemmen. Die Ausscheidung von Methotrexat (MTX) kann verringert werden – eine Erhöhung der Toxizität ist möglich.

Cephalosporine

Cefuroxim:
Die gleichzeitige Einnahme von Medikamenten gegen Sodbrennen kann die Bioverfügbarkeit von Cefuroxim vermindern. Probenecid verlangsamt die Ausscheidung des Wirkstoffes. Die gleichzeitige Einnahme von Antikoagulantien kann zu einem erhöhten INR-Wert führen (International Normalized Ratio; Verfahren zur Überprüfung der plasmatischen Blutgerinnung).

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