Inkompatible Kombinationen

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Berlin - Hat ein Arzt eine Rezeptur mit mehreren Wirkstoffen verordnet, so muss in der Apotheke geprüft werden, ob diese in der Rezeptur in Wechselwirkung miteinander treten. Wirkstoffe besitzen darüber hinaus unterschiedliche rezeptierbare pH-Bereiche, sodass eine Herstellung eventuell nicht möglich ist. Wenn trotz Pufferung, Grundlagenaustausch & Co. keine plausible Zusammensetzung erreicht werden kann, bleibt oft nur die getrennte Herstellung. Eine einfache Rücksprache mit dem Arzt und ein Vermerk auf dem Rezept reicht hier nicht aus.

Es ist der Klassiker in der Rezeptur: Eine Creme mit Antibiotikum, Kortison und Antimykotikum, um den unspezifischen Ausschlag des Betroffenen schnellstmöglich zu lindern. Abgesehen davon, dass die Kombination dieser Wirkstoffgruppen nicht bei allen dermatologischen Krankheitsbildern vorteilhaft ist, kommt es mit Sicherheit zu Inkompatibilitäten. Immer noch häufig zusammen verordnet wird Clotrimazol beispielsweise mit Betamethason.

Cave:

Vertragsärzte sind zur isolierten Verordnung von Rezepturen verpflichtet. Das heißt, dass pro Rezept nur eine Rezeptur verordnet werden darf. Entschließt sich die Apotheke nach Rücksprache mit dem verordnenden Arzt zur Herstellung von zwei Rezepturen, so muss dieser zwei neue Rezepte ausstellen. Gemäß Ziffer 11 Satz 2 der von den Vertragsärzten einzuhaltenden Erläuterungen zur Vereinbarung über Vordrucke für die vertragsärztliche Versorgung für das Muster 16 ist bei Verordnungen in Form von Rezepturen pro Rezeptur ein Verordnungsblatt zu verwenden. Der Patient sollte bei der Abgabe darüber aufgeklärt werden, dass er zwei Tuben oder Kruken mit nach Hause bekommt, die er mitunter unterschiedlich lange anwenden soll. Das ursprüngliche Rezept ist zu vernichten. Wird bei der Abholung eine Zuzahlung von 5 Euro oder mehr fällig, so sollte der Patient im Vorhinein über diesen, nun doppelt zu begleichenden Betrag, informiert werden.

Clotrimazol – Betamethasonvalerat – Basiscreme

Bei der Kombination von Clotrimazol mit Betamethasonvalerat besteht in wasserhaltigen Zubereitungen ein Problem bezüglich der Stabilität des Gluccocorticoids. Betamethason hat sein Wirkoptimum im schwach sauren Milieu, Clotrimazol im neutralen bis basischen Bereich. Durch den Zusatz von Natriumedetat kann ein pH-Wert zwischen 4 und 6 erzielt werden – dieser gilt als Kompromiss bezogen auf die Stabilität zwischen Clotrimazol und Betamethason. Mit zusätzlicher Pufferung ist die Haltbarkeit in Kombination mit Basiscreme auf maximal vier Wochen zu begrenzen. Ohne Pufferung zersetzt sich das Kortison, näherer Untersuchungen hierzu fehlen.

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