Pharmazeutische Bedenken

Faktor 6: Sicher anwenden und abrechnen Eva Bahn, 14.05.2019 14:21 Uhr

Berlin - Bei der Belieferung und Abrechnung von Rezepten taucht oftmals die Frage auf: Wann sollten pharmazeutische Bedenken eigentlich angemeldet werden? In welchen Fällen darf man mit der Sonder-PZN 02567024, dem Faktor 6 und einem handschriftlichen Vermerk auf der Verordnung auf den Austausch des verordneten Medikamentes verzichten?

Es gibt im Grunde vier verschiedene Bedenken, warum der Austausch gegen ein rabattbegünstigtes Arzneimittel abzulehnen ist: Sowohl aufgrund einer kritischen Indikation, des Wirkstoffs, der Darreichungsform oder der Patientengruppe können pharmazeutischen Bedenken entstehen. Wichtig ist in jedem Fall, die richtige Form zu wählen, damit eine Retaxation durch die Krankenkassen umgangen wird.

Fall 1: Kritische Indikation
Wenn der Kunde besonders genau eingestellt werden muss oder das Medikament nur eine geringe therapeutische Breite hat, ist dies als kritische Indikation zu sehen. Beispiel: Ein Schmerzpatient erwähnt, dass er nach einem Präparatewechsel plötzlich nicht mehr so lange wie sonst schmerzfrei war. Gerade bei Betäubungsmitteln wird ein Umstieg auf ein neues Medikament oft kritisch gesehen. In diesem Fall sollten die pharmazeutischen Bedenken zum Wohle des Anwenders genutzt werden.

Fall 2: Kritischer Wirkstoff
Hier gibt es zahlreiche Beispiele, denn nicht bei jedem kritischen Wirkstoff mit geringer therapeutischer Breite ist die Substitution wie bei L-Thyroxin über die Aut-idem-Liste ausgeschlossen. Die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft (DPhG) hat in einer Leitlinie alle in dieses Schema passenden Wirkstoffe zusammengefasst. Dazu gehören zum Beispiel Antiepileptika, Antikoagulantien, herzwirksame Glykoside und Neuroleptika. Ein Austausch könnte hier zu schwerwiegenden Problemen in der Therapie führen, daher stehen bereits viele dieser Wirkstoffe ohnehin auf der Substitutionsausschlussliste.

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