Oxycodon-HCl: Patienten reklamieren Aliud

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Berlin - Der Generikahersteller Aliud informierte die Apotheken kürzlich darüber, dass sich das Aussehen der Oxycodon-HCl Retardtabletten verändert hat. Aus den länglichen Tabletten wurden runde, die aufgrund einer neuen Art der Retardierung nicht mehr teilbar sind. Doch in den Apotheken häufen sich Beschwerden von Kunden, die über geringere beziehungsweise kürzere Wirksamkeit klagen.

In der medizinischen Abteilung von Aliud häufen sich die Anfragen. Hintergrund ist die Umstellung von einer Pellet- auf eine Matrixformulierung. Unabhängig von der Retardierungsform seien die beiden Produkte wirkstoffgleich und bioäquivalent zum Originalpräparat und damit austauschbar, so ein Sprecher.

Nach seinen Angaben lässt sich die höchste Plasmakonzentration (Cmax) nun bereits in zweieinhalb statt früher in drei bis vier Stunden erreichen. Zur Wirkdauer kann der Konzern keine Aussage treffen, da in Bioäquivalenzstudien keine Wirksamkeitsparameter erhoben werden.

„Uns ist bekannt, dass manche Patienten, die bei Oxycodon-HCl von Pelletretardierung auf Matrixretardierung umgestellt wurden, über eine geringere Wirkdauer beziehungsweise geringere Wirksamkeit klagen“, sagt der Sprecher. Dies sei vermutlich auf eine unterschiedliche und patientenindividuelle Freisetzung von Oxycodon aus den verschiedenen Retardierungsformen im Magen-Darm-Trakt zurückzuführen. „Welche der beiden Formen besser wirkt, kann bei einzelnen Patienten geringfügig unterschiedlich sein.“

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