Hobbymusiker gesucht

Endlich! Erstes Pharmazeutenorchester geplant Silvia Meixner, 26.05.2018 08:43 Uhr

Berlin - Vom Orchestergraben in die Offizin – und wieder zurück. Roberto Frontini ist seit Januar im Ruhestand. Der ehemalige Direktor der Apotheke des Universitätsklinkiums Leipzig wagt jetzt ein einzigartiges Projekt: Er will das erste Pharmazie-Orchester Deutschlands gründen.

Das italienische Temperament! Pharmazeut wurde der Kapellmeister und Dirigent eigentlich nur, weil er sich über einen Chef dermaßen geärgert hatte, dass er spontan kündigte. Nach Deutschland kam der Mailänder vor rund 45 Jahren, seine erste Station war Frankfurt am Main. Er machte den Abschluss als Dirigent und ging als Kapellmeister ans Theater in Lübeck.

Nach fünf Jahren stellte er Dissonanzen zwischen seinem neuen Chef und ihm fest. „Er mochte mich nicht und legte mir Steine in den Weg. Ich kündigte, eine Dummheit. Gute Stellen am Theater sind schließlich rar.“ Er brauchte eine neue berufliche Betätigung. „Meine damalige Frau war Apothekerin, ich fand diesen Beruf interessant“, sagt er. Also absolvierte er nach seinem Musikstudium im Alter von 30 Jahren kurzerhand noch eines der Pharmazie.

Diese Entscheidung hat er nie bereut. Und er sieht durchaus Parallelen zwischen der Pharmazie und der klassischen Musik. „Der Leiter einer Apotheke ist nie der Beste“, sagt er selbstkritisch. „Das Wichtigste ist, dass er Menschen zusammenbringt, sie sich entwickeln lässt. Er muss zuhören und koordinieren können.“ Wie ein guter Dirigent.

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