Rx-Versandverbot

Genossen, den Apotheken geht es gut! Patrick Hollstein, 15.12.2016 09:48 Uhr

Berlin - SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach schwört seine Genossen auf das Nein zum Rx-Versandverbot ein. Gerade Menschen in strukturschwachen Regionen seien auf den Versandhandel angewiesen. Das Szenario eines Apothekensterbens weist er als abwegig zurück.

„Für das Hauptargument, die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung durch Präsenzapotheken sei gefährdet, weil der Wettbewerb mit dem Versandhandel die Apotheken vor Ort in ihrer Existenz bedrohe, werden keine Belege geliefert“, schreibt Lauterbach an die Mitglieder der SPD-Bundestagsfraktion. Im Übrigen habe der EuGH exakt diese Argumentation in seiner Urteilsbegründung verworfen.

Lauterbach weist darauf hin, dass der Anteil des Versandhandels im Rx-Bereich bei weniger als 0,5 Prozent liegt. „Die wirtschaftliche Lage der allermeisten Apotheken ist gut“, so der SPD-Politiker. Unmittelbar nach Zulassung des Versandhandels sei die Zahl der Apotheken sogar angestiegen. Auch in den sechs anderen EU-Ländern mit zugelassenem Rx-Versandhandel – Dänemark, Estland, Finnland, Niederlande, Schweden und Großbritannien – sei kein Apothekensterben zu verzeichnen.

„Dennoch sind die Sorgen der Apotheker nach dem EuGH-Urteil teilweise nachvollziehbar“, schreibt Lauterbach. Allerdings sei eine Reform des Apothekenhonorars mit „besserer Bezahlung der wichtigen Beratungsleistung und der Notdienste“ sinnvoller als ein „unzeitgemäßes Rx-Versandhandelsverbot“. Lauterbach: „Derzeit gibt es keine Möglichkeit für Apotheker, eine besonders aufwendige Aufklärung des Patienten zu seinen Arzneimitteln abzurechnen, obwohl dafür großer und wachsender Bedarf besteht.“
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