Mitarbeitermotivation und Kundenbindung

Boni für pDL

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Berlin -

Heute tritt das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) in Kraft – damit kommen mehr pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) ins Angebot der Apotheken. Zu den fünf bereits vergüteten Leistungen kommen weitere fünf hinzu. Doch längst nicht alle Apotheken haben sich in diesem Feld aufgestellt. Apotheker Johannes Jokiel erklärt, warum es sich lohnt, Inhalationsübungen, die Betreuung bei oraler Krebstherapie oder Medikationsanalysen anzubieten.

Apotheken sollten sich breiter aufstellen. Dass pDL in den laufenden Apothekenbetrieb gut integriert werden können, wenn die Prozesse stimmen, davon ist Jokiel überzeugt. In der Jahreszeiten-Apotheke York-Center in Münster verantwortet er unter anderem diesen Bereich. „Letztlich lohnt es sich, wenn die Abläufe funktionieren, das ist ein Hauptpunkt“, sagt er. Das Qualitätsmanagement (QMS) müsse gut abgestimmt sein. Wichtig seien kurze Wege, die nötigen Formulare sollten bestenfalls direkt am HV bereitliegen.

Team für pDL motivieren

Bevor pDL neu angeboten werden, sollte das Team ausreichend informiert und überzeugt werden. „Ein Verantwortlicher sollte benannt werden, aber jeder HV-Mitarbeiter muss die pDL anbieten und bewerben, wenn sich ein Nutzen für den Patienten auftut.“ Möglich seien beispielsweise Prämien für Mitarbeitende: Derjenige, der die meisten pDL anbietet, erhalte einen Bonus. „Gerade in der Anfangszeit ist es wichtig, das neue Angebot immer und immer wieder zu bewerben. Ein Zwang ist aber nicht so gut.“

Die meisten pDL entstünden aus einem Besuch der Vor-Ort-Apotheke. Wichtig sei aber auch, dass auf den Homepages darauf hingewiesen werde. Wenn die Masse stimme, könnten pDL auch finanziell für die Apotheke lukrativ werden. „pDL modernisieren das Bild der Apotheke, es ist also ein Beitrag für das Apothekenimage.“ Bei der Polymedikation etwa seien viele Kunden sehr dankbar, besonders wenn Fehler auffielen. „Dann ist der Impact natürlich noch größer. Sie erzählen dann im Familien- und Freundeskreis davon und kommen immer wieder.“

Für die Kundenbindung seien pDL ein entscheidender Punkt und ein wichtiges Argument gegen Versender oder Drogerien. pDL rückten die Kompetenz der öffentlichen Apotheke in den Vordergrund. Die Betriebe könnten sich damit gegenüber Drogerien und Supermärkten abgrenzen, die in den Gesundheitsmarkt drängten. Mit Blick auf neue Dienstleistungen oder Diagnostikangebote könne schon jetzt ein Grundstein für das Extraangebot in der Apotheke gelegt werden.

Bei der Abrechnung übermittelten Apotheken die Datensätze direkt über die Warenwirtschaft. Kundenfreundlich sei auch eine digitale Terminvergabe. Kundinnen und Kunden könnten dabei außerdem sehen, wann noch freie Zeitfenster seien. Auch die 40- bis 60-Jährigen fänden digitale Prozesse spannend. „Die Menschen sehen, die Apotheke ist am Puls der Zeit und will modern sein“, sagt Jokiel.

pDL: Wettbewerbsvorteil für die Apotheke

Auch junge Pharmazeutinnen und Pharmazeuten schätzten pDL als Leistung in der Apotheke – und als Argument, in einem Betrieb zu arbeiten. „Im Austausch mit anderen Nachwuchsapothekern ist deutlich zu sehen, dass die Jungen hochmotiviert sind, was pDL angeht und keine Zweifel daran haben, wie manche ältere“, sagt der 28-Jährige.

Jokiel fasst zusammen, dass pDL „selbstsicher“ für das Team und die Kundschaft angeboten werden sollten. Hilfreich seien klar strukturierte Prozesse und digitale Abläufe im Hintergrund, um die Arbeit zu erleichtern. In der Warenwirtschaft könne bei der Medikamentenabgabe eingestellt werden, welche pDL sich eigne – ein Vorteil für das HV-Personal. Zudem könne sich ein Betrieb mit dem Angebot gegenüber Versendern und Drogerien sowie anderen Apotheken positionieren.

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