Embryotox

Schwangerschaft: Arzneimittel-Hotline für Apotheken Carolin Bauer, 16.08.2018 11:20 Uhr

Berlin - Die Arzneimittelberatung von Schwangeren ist komplex. Das Institut Embryotox hilft nicht nur werdenden Müttern bei Fragen zur Medikation. Die Hälfte der Anfragen kommen aus Apotheken, Praxen, Kliniken und von Hebammen. „Wir wünschen uns ausdrücklich, dass Heilberufler oder Kliniken bei uns anfragen“, sagt Institutsleiter Professor Dr. Christof Schaefer.

Embryotox wurde vor 30 Jahren auf Initiative der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit gegründet. Eine Mitarbeiterin vermisste eine Anlaufstelle für Frauen, die Fragen zur Medikation während der Schwangerschaft haben. Das Institut entstand zunächst als Unterabteilung des Giftinformationszentrums. Zwei Mitarbeiter kümmerten sich in der Anfangszeit per Telefon um Anfragen.

Seit 2004 beauftragt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Embryotox mit Pharmakovigilanz-Aufgaben. Aus der Beratungseinrichtung wurde das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie Berlin. Seit 2012 gehört das Institut zur Charité. Ein Grund für den Wechsel war die Forschungstätigkeit. Denn die aktuell 28 Mitarbeiter beraten nicht nur, sondern beschäftigen sich auch mit Studien und aktuellen wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Zudem werden Doktoranden betreut. „Für die Beratung muss man bewerten können, welche Studie welches Gewicht hat. Viele Apotheker oder Ärzte glauben, dass die neueste Studie die absolute Wahrheit darstellt. So einfach ist es nicht“, so Schäfer. Die Daten müssten verglichen und interpretiert werden.

Täglich gehen rund 70 Anfragen ein. 95 Prozent davon werden von den angestellten Apothekern und Ärzten montags bis freitags direkt beantwortet. Ungewollt Schwangere, die Arzneimittel einnehmen, machten einen großen Teil der Anfragen aus. „Die Schwangeren und die Ärzte sind vor allem nach dem Contergan-Skandal sehr vorsichtig oder gar ängstlich geworden“, so Schäfer.

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