Betriebsklima

Nervige Kollegen: So reagiert man richtig dpa/APOTHEKE ADHOC, 03.09.2018 09:37 Uhr

Berlin - Nervige Kollegen hat wohl jeder – denn die Chemie stimmt nicht zwischen allen Menschen. Vor allem, wenn viele Frauen zusammenarbeiten, kann es zickig werden. Manchmal kann ein Mann im Team Spannungen nehmen. Tatort Apotheke: Was ist zu tun, wenn die Grenze zwischen schwieriger Persönlichkeit und Fehlverhalten überschritten ist?

Es gibt berufliche Teams, in denen geht es überwiegend friedlich zu – und in anderen fliegen in schöner Regelmäßigkeit die Fetzen. Denn die Arbeit dreht sich oft nicht nur um die Erledigung von Aufgaben, sondern auch um das Zwischenmenschliche. Dass nicht zwischen allen Menschen Sympathie herrscht, ist klar – es wird immer Reibungspunkte geben, wo verschiedene Charaktere auf engem Raum zusammenarbeiten. Doch es ist ein schmaler Grat zwischen Nerverei und echtem Fehlverhalten. „Die Grenze ist überschritten, wenn einer sich auf Kosten der anderen profiliert oder durchsetzt: Zum Beispiel schnappt er sich beim Urlaub immer die Brückentage oder schreibt sich Arbeiten auf seine Fahnen, während er den Anteil des Teams verschweigt“, sagt Martin Wehrle, Karriereberater und Autor des Ratgebers „Der Klügere denkt nach“.

Die gute Nachricht ist: „Nervige Kollegen kann man in der Regel stoppen“, sagt der Diplom-Psychologe Jörg Berger, der ein Buch über „Stachelige Persönlichkeiten“ geschrieben hat. „Dazu muss man sich über die Höflichkeitsregeln hinwegsetzen und jemanden einfach unterbrechen, wenn er unaufhörlich redet.“ Nervige Kollegen gehen dann nicht in die Eskalation, sondern lassen sich korrigieren, sagt er. Anders sieht das bei echten Querulanten aus: „Sie fahren erst richtig hoch, wenn man ihnen eine Grenze setzt und kämpfen zäh darum, dass ihr Fehlverhalten von anderen toleriert wird.“ Wehrle rät, Quertreiber zur Rede zu stellen, „nach Möglichkeit nicht allein, sondern mit anderen Teammitgliedern“. Der Gruppendruck und das Gespräch darüber, wie die ungeschriebenen Regeln der Zusammenarbeit aussehen, können sie wieder auf Kurs bringen.

Schwieriger wird es, wenn Kollegen lästern, mobben, Ideen klauen, die Stimmung verpesten, absichtlich gegen andere arbeiten und sich vor Aufgaben drücken. Der Managementberater Johannes Thönneßen rät, solche Querulanten möglichst neutral anzusprechen und zu sagen, was man beobachtet hat: „Der andere sollte verstehen, wo das Problem liegt und warum mich das ärgert, stört, irritiert, frustriert oder enttäuscht.“ Oft wird ein schwieriger Kollege durch eine solche Ansprache überrascht – und ist wider Erwarten zum Gespräch bereit. „Wer das Gespräch wirklich sucht, wird oft Erfolg damit haben.“

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