Lohnsteuerfalle Tankgutschein

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Berlin -

Gutschein statt Gehaltserhöhung: Die Frage nach mehr Geld geht nicht immer so aus, wie der Mitarbeiter es sich gedacht hat. Apotheker „spendieren“ ihren Angestellten mitunter die Monatskarte oder für die Kollegen, die mit dem Auto zur Arbeit kommen, einen Tankgutschein. Bei Letzteren ist die Sachbezugssteuer-Freigrenze im Blick zu behalten.

Gemäß Einkommenssteuergesetz (EStG) sind Warengutscheine wie Benzingutscheine oder Geschenkgutscheine als Sachbezug zu werten, wenn der Angestellte diese nur gegen Ware und nicht gegen Bargeld eintauschen kann. Bis zu einem Wert von 44 Euro ist der Sachbezug steuerfrei. So regelt es das EStG in § 8: „Sachbezüge, die nach Satz 1 zu bewerten sind, bleiben außer Ansatz, wenn die sich nach Anrechnung der vom Steuerpflichtigen gezahlten Entgelte ergebenden Vorteile insgesamt 44 Euro im Kalendermonat nicht übersteigen.“

Die Gutscheine sind dementsprechend monatlich auszuhändigen. Das stellte das Finanzgericht Sachsen im Januar mit einem revisionsfähigen Urteil klar. Gestritten wurde über den „Zufluss von Arbeitslohn bei Ausgabe von Tankgutscheinen“. Der Arbeitgeber soll seinen Angestellten über mehrere Jahre Benzingutscheine im Wert von je 44 Euro ausgehändigt haben. Allerdings nicht monatlich, sondern gleich acht auf einmal. Im Verfahren wurde um die nachgeforderte Lohnsteuer verhandelt.

Der Arbeitgeber habe die Angestellten bei der Übergabe darauf hingewiesen, nur einen Tankgutschein pro Monat einzulösen und die Quittung bis spätestens zum letzten Tag des Kalendermonats vorzulegen. Denn nur so sei die Zuwendung sozialversicherungs- und steuerfrei. Gut gemeint ist jedoch nicht immer gut gemacht.

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