63.000 Euro: PTA schröpfte Lernplattformen für Gold

, Uhr aktualisiert am 19.07.2021 14:45 Uhr

Berlin - Unter verschiedenen falschen Namen soll sich eine 41-jährige PTA auf mehreren Lernplattformen für Apothekenpersonal über ein Bonus- und Prämiensystem rund 13.000 Einkaufsgutscheincodes erschlichen haben. Der Schaden für die Plattform laut Anklage: mindestens 63.000 Euro, wie die Frau am Donnerstag auch eingestand. Das Schöffengericht Norderstedt verurteilte die Frau wegen Computerbetrugs und Fälschung beweiserheblicher Daten zu einem Jahr und acht Monaten Freiheitsstrafe.

Die Strafe geht auf eine Verständigung zurück. Sie wurde auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt und ist noch nicht rechtskräftig. Zugleich ordnete das Gericht mit dem Urteil die Einziehung von 69.000 Euro an, ohne die Summe näher zu begründen. Um den Schaden wiedergutzumachen, muss die PTA monatliche Raten von 30 Euro zahlen. Dabei handele es sich um eine Bewährungsauflage als Schadenswiedergutmachung, so ein Gerichtssprecher. „Das ist nicht viel, mehr war aber aus Sicht der Kammer aufgrund der aktuellen Einkommensverhältnisse der Angeklagten nicht möglich.“ Sie bekommt auch einen Bewährungshelfer an die Seite gestellt.

Mit dem Urteil folgte das Schöffengericht weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte ein Jahr und sechs Monate sowie zwei Jahre Bewährungszeit gefordert.

Die Einkaufsgutscheine stammen dem Gericht zufolge von der Online-Plattform Apothekia und einer Lernplattform des Herstellers Hermes Arzneimittel. Ob weitere Plattformen betroffen seien, sei nicht bekannt. Sie seien jedenfalls nicht Gegenstand des gerichtlichen Verfahrens gewesen. Die Gutscheine nutzte die schon damals arbeitslose Angeklagte nach Feststellungen des Gerichts unter anderem, um Gold bei Amazon zu kaufen und es dann in Bargeld einzutauschen. Zudem kaufte sie demnach auch für Freunde und Bekannte ein und ließ sich von ihnen den Warenwert in Bargeld geben. Einen Freund, bei dem sie zeitweise wohnte, zahlte sie mit den Gutscheinen dessen Autoreperatur. Dass sie sich darüber hinaus einen Neuwagen im Wert von über 20.000 Euro anschaffte, rügte das Gericht deutlich.

Die Erklärung der reuigen Angeklagten, die während ihres Geständnisses immer wieder weinte: Sie sei in einen Sog geraten und habe die Kontrolle verloren. Dabei saß sie täglich mehrere Stunden am Computer, um über das Schulungs- und Bonussystem die Gutscheine zu erschleichen. Der Fall flog auf, weil die Plattform wegen der hochschnellenden Nutzerzahlen stutzig wurde.

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