Deutschlandfunk zu Lage der Apotheken

Schmidt: Politik muss sich zu Apotheken bekennen APOTHEKE ADHOC, 04.08.2020 10:41 Uhr

Mit der Einführung des eRezepts drohe eine Vergrößerung des Marktanteils der Versandapotheken im Rx-Markt, beschreibt der DLF die neue Herausforderung: Die Gewichte könnten sich im kommenden Jahr mit der Einführung des eRezeptes verschieben, wenn der rosa Zettel nicht mehr umständlich im Briefumschlag zur Versandapotheke geschickt werden muss – sondern digital weitergeleitet werden kann. Kai-Helge Vogel vom Verbraucherzentrale-Bundesverband warnt vor neuen Abhängigkeiten: „Das Rezept ist gut, wenn es elektronisch ist und vorliegt und das alles schneller geht. Aber die direkte Weiterleitung – automatisch durch den Arzt – ist sicherlich nicht im Sinne des Patienten. Der soll weiter entscheiden und letztendlich zu seinem Apotheker des Vertrauens gehen können. Und der ist immer noch häufig der vertraute Apotheker vor Ort.“

Eine generelle Erhöhung der Apothekenvergütung sei nicht der richtige Weg, findet Clemens Recker vom Institut für Wirtschaftspolitik an der Universität zu Köln. „Zielgerichteter wäre sicherlich eine differenziertere Vergütung. Wenn es Größenvorteile beim Versenden gibt, warum senken wir dann nicht den Vergütungssatz für Versandapotheken? In diesem Fall würden die Kostenersparnisse dann dem gesamten Gesundheitssystem zugutekommen.“

Und Kordula Schulz-Asche, Gesundheitspolitikerin der Grünen, denkt im DLF über eine gezielte Förderung von Apotheken in strukturschwachen Gebieten nach. Und sie plädiert für einen „Sicherstellungsfonds“, der die großen Einkommensunterschiede zwischen verschiedenen Apotheken untereinander ausgleichen soll. Es gebe eine Reihe von Problemen, sagt Schulz-Asche, der Versandhandel aber sei nicht das zentrale Thema.

„Mein Hauptproblem auch mit dieser Diskussion jetzt wirklich seit vielen, vielen Jahren ist, dass man sich auf diese Versandhandelsproblematik, ohne sie wirklich weiter belegen zu können, konzentriert vonseiten der Apothekerschaft, anstatt wirklich neue, moderne Modelle der Apothekenversorgung für eine sich ändernde Gesellschaft tatsächlich auch zu entwickeln. Wenn wir die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen wollen, brauchen wir mehr Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe. Und wir brauchen auch eine regionale Steuerung, damit tatsächlich auch Patientenversorgung stattfindet. Das ist unserer Kritik an der Bundesregierung, darauf muss man sich jetzt konzentrieren, tatsächlich die Akteure an einen Tisch zu bekommen.“ Und zwar unabhängig vom Apotheken-Stärkungsgesetz, das Gefahr laufe, wegen des Rabattverbotes für den Versandhandel vor dem Europäischen Gerichtshof Schiffbruch zu erleiden. Andere Regelungen wie eine bessere Honorierung pharmazeutischer Dienstleistungen drohen dadurch gleich mit unterzugehen. Dabei liege darin die Stärke der Vor-Ort-Apotheken – nicht nur in der Corona-Pandemie.

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