Impfstoffversorgung

Referenzpreis und Logistik-Apotheken

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Die schwarz-gelbe Bundesregierung will bei den Impfstoffen sparen: Wie aus einem Änderungsantrag zum Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) hervorgeht, soll dazu ein europäischer Referenzpreis gebildet werden. Darüber hinaus können die Krankenkassen Rabattverträge mit den Impfstoffherstellern abschließen und die Apotheken als Lieferanten der Ärzte anstellen. Dafür soll eine Vergütung ausgehandelt werden.

Als Grundlage für die neue Preisbildung wird der Abgabepreis des jeweiligen Herstellers in vier wirtschaftlich vergleichbaren Ländern der EU zurate gezogen. Die Differenz zum Durchschnittspreis wird dem Hersteller hierzulande abgezogen. Dieser Abschlag soll wie beim Herstellerrabatt über die Apotheken eingezogen werden.

Zusätzlich zu diesem Abschlag können die Kassen wie im Generikamarkt Rabattverträge mit einzelnen Herstellern schließen. Laut Änderungsantrag können die Krankenkassen den Arztpraxen den Impfstoff künftig als Praxisbedarf selbst zur Verfügung stellen. Die Auslieferung würde trotzdem über die Apotheke erfolgen. Vergütungen für diese Dienstleistung sollen die Kassen auf Landesebene mit den Landesapothekerverbänden aushandeln.

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) hatte sich vor einiger Zeit mit einem entsprechenden Angebot an die Politik gewandt. Für die Garantierung von Qualitätsstandards und rechtzeitiger Belieferung sowie die Übernahme des Inkasso-Risikos sollte demnach ein preisunabhängiges Entgelt ausgehandelt werden.

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