Präqualifiziert für den Läusekamm

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Berlin - Es scheint in der Tat absurd: Apothekenpersonal, das fähig und befugt ist, selbst gefährliche Arzneimittel abzugeben, muss regelmäßig seine Qualifikation nachweisen, um Hilfsmittel wie Kompressionsstrümpfe zu verkaufen. Nicht nur der Unmut darüber wächst, auch wirtschaftlich wird die Hilfsmittelabgabe zunehmend unrentabel.

Offiziell soll durch das Präqualifizierungsverfahren – also die vorwettbewerbliche Eignungsprüfung – eine hohe Qualität bei der Hilfsmittelversorgung sichergestellt werden. Die potenziellen Abgabestellen sollen nachweisen, dass sie fachkundig und leistungsfähig sind. Nach einer ersten Präqualifikation muss dann in einem Turnus von fünf Jahren jeweils erneut nachgewiesen werden, dass der Standard erfüllt wird.

Laut ABDA besitzen rund 18.000 Apotheken zumindest eine produktgruppenspezifische Präqualifizierung. Immer lauter wird dabei jedoch die Frage gestellt, wozu denn dann erneut ein solcher Wust an Dokumenten – und Kosten – notwendig sein soll. Wozu erneut der Grundbucheintrag oder Mietvertrag? Wozu erneut Raum- und Grundrissskizzen? Bundeszentralregister, Gewerbeanmeldung, Handelsregisterauszug, alles muss bei der Erneuerung der Präqualifikation erneut mit aktualisiertem Datum eingebracht werden.

Aus informierten Kreisen hört man andere Interpretationen: Die Kostenträger wollen nicht nur mehr Transparenz von den Leistungserbringern, sie wollen Führung und Einfluss ausbauen. Der strategische Ansatz: Durch erschwerten Zugang auf Verkäuferseite soll der Markt – einfach gesagt – auf diejenigen begrenzt werden, die sich wirklich anstrengen. Weniger Verkäufer, weniger Kosten – so die simple Rechnung. Für die allermeisten Apotheken geht es bei der Hilfsmittelabgabe ohnehin längst nicht mehr um ein Vertragsmodell, sondern um ein Instrument zur Kundenbindung angesichts der Konkurrenz durch die Versender. Tatsächlich geben viele Apotheken Hilfsmittel fast zum Einkaufspreis ab, Gewinn machen sie damit kaum.

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