Kassen sparen mit „Pille danach“

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Berlin - Mit dem OTC-Switch der „Pille danach“ wollte die Politik Frauen den Zugang zu Notfallkontrazeptiva erleichtern. Schöner Nebeneffekt für die Krankenkassen: Sie sparen mit dem OTC-Switch: 150.000 Euro allein im April, dem ersten vollen Monat ohne Rezeptpflicht. Und das betrifft nur die Erstattung der „Pille danach“. Bei der Beratung sparen die Kassen zusätzlich, weil die Apotheker – anders als zuvor die Ärzte – dafür nicht vergütet werden.

Die Ärzte können für eine Beratung 7,29 Euro abrechnen, erfolgt zusätzlich eine Untersuchung sind es 11,61 Euro. Gemessen an den OTC-Verkäufen in den ersten vier Wochen nach der Freigabe haben die Kassen damit zusätzlich zwischen 270.000 und 430.000 Euro gespart.

Im vergangenen Jahr haben die Kassen insgesamt 2,7 Millionen Euro für die „Pille danach“ ausgegeben. Hochgerechnet aus den Aprilausgaben wären es in diesem Jahr 1,8 Millionen Euro, also 900.000 Euro weniger wiederum nur für die Pille. Es ist zudem davon auszugehen, dass der Rezeptanteil weiter sinkt – und damit die Kosten der Kassen.

Hinzu kommt, dass der Anteil der erstatteten Notfallkontrazeptiva gesunken ist: Wurden im April 2014 noch rund 20 Prozent der Packungen zu Lasten der Kassen abgegeben, waren es zuletzt nur noch 5 Prozent. Das ist insofern auffällig, als der Gesetzgeber die Erstattungsfähigkeit für Frauen unter 20 Jahren übernommen hat. Die OTC-Packung kann also für junge Frauen weiterhin auf Kassenkosten verordnet werden kann.

+++ APOTHEKE ADHOC Umfrage +++

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