Nachwuchssorgen

Sachsen: Apotheker ständig gesucht

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Berlin -

Die Suche nach Apothekernachwuchs gestaltet sich in Sachsen immer schwieriger – vor allem auf dem Land. „Es werden in Sachsen ständig Apotheker gesucht“, beschreibt der Landesapothekerverband (SAV) die Lage, „wobei sich die Suche im ländlichen Raum nochmal schwieriger gestaltet als in den Ballungsräumen Dresden, Chemnitz und Leipzig“. Und die Demografiewelle wird die Nachwuchssorgen weiter vergrößern.

Nach Angaben des LAV Sachsen sind etwas über 15 Prozent der Apothekeninhaber über 60 Jahre alt und werden in absehbarer Zeit nach einem Nachfolger Ausschau halten. Probleme drohen für die Apotheken in ländlichen Gebieten in Zukunft neben der demographischen Welle auch durch verstärkte Abwanderung der Bevölkerung vom Land in die Städte, weil die Lücken in der ambulanten ärztlichen Versorgung immer größer werden könnten.

Schwarz sieht der Apothekerverband des Freistaates die Perspektive für die Apotheken aber nicht: Denn beim pharmazeutischen Nachwuchs ist die Bereitschaft, eine Landapotheke zu übernehmen, durchaus vorhanden. Nach einer Befragung der Sächsischen Landesapothekerkammer (SALK) unter Pharmaziestudierenden aus Leipzig und Halle stammen etwa 44 Prozent der Befragten aus einer dörflich-ländlichen Heimat und haben keinen großen Drang, später in einer Großstadt zu arbeiten.

Den Apothekeninhabern empfiehlt der SAV daher, sich langfristig um eine Nachfolge zu kümmern. Laut der oben genannten Studie schließen nur 13 Prozent aller Befragten eine Tätigkeit in einer ländlichen Region grundsätzlich aus. Besonders wichtig ist aus Sicht des SAV daher der Erhalt des Pharmazeutischen Instituts an der Universität Leipzig, um auch weiterhin eine Ausbildung junger Pharmazeuten in Sachsen zu gewährleisten.

Trotz der Nachwuchssorgen sieht der sächsische Landesapothekerverband keine Gefahr für die Arzneimittelversorgung: „Von einer Unterversorgung kann in Sachsen keine Rede sein, auch wenn sich die Suche nach einem geeigneten Nachfolger für viele Apothekerinnen und Apotheker immer schwieriger gestaltet.“ Die öffentlichen Apotheken stellten die Arzneimittelversorgung auf dem Land sicher.

„Nicht vorrätige Arzneimittel werden per Boten zu den Patienten gebracht, die die Apotheke nicht noch einmal aufsuchen können“, so der SAV. Für die Versorgung von abgelegenen Orten oder Ortsteilen ohne Apotheke gebe es Rezeptsammelstellen. Zurzeit sind in Sachsen 66 Rezeptsammelstellen durch die Landesapothekerkammer genehmigt.

Jede Apotheke im Freistaat Sachsen versorgt nach Angaben des Apothekerverbandes statistisch 4100 Bürger. In Sachsen gab es zum 31. Dezember 2015 insgesamt 991 Apotheken, das ist eine Apotheke weniger als im Vorjahr. 2011 gab es noch 1001 Apotheken in Sachsen. Gleichzeitig stieg laut SAV die Zahl der Filialen im vergangenen Jahr um sechs auf insgesamt 212 – das entspricht einem Anteil von 21,39 Prozent an allen Apotheken. Der Trend zur Filialisierung setzt sich in Sachsen fort.

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