Kommentar

Ganz miese Verlierer Alexander Müller, 19.04.2017 10:22 Uhr

Berlin - Die Krankenkassen sind schlechte Verlierer. Sie wollen nicht wahrhaben, dass es im Bereich der Zytostatika-Versorgung bessere Einsparmöglichkeiten gibt als Exklusivverträge mit Apotheken. Deshalb wehren sie sich mit allen Mitteln. Das ist ihr gutes Recht als Lobbygruppe. Sie sollten dann nur nicht mehr behaupten, es gehe ihnen um die Patienten. Ein Kommentar von Alexander Müller.

Am 25. November 2015 war es wieder einmal so weit. Die Krankenkassen hatten vor dem Bundessozialgericht (BSG) gewonnen. Die Kasseler Richter erlaubten der AOK Hessen, Apotheken „auf Null“ zu retaxieren, nur weil diese Krebspatienten auf deren ausdrücklichen Wunsch mit Zyto-Rezepturen versorgt hatten – aber eben ohne Vertrag. Die Exklusivverträge mit Apotheken wurden an diesem Tag endgültig scharf gestellt, das Recht auf freie Apothekenwahl den wirtschaftlichen Interessen der Kassen untergeordnet.

Das war der Startschuss und die Kassen rannten los: Verschiedene AOKen suchten in der Folge in mehreren Bundesländern exklusive Vertragsapotheken. Die DAK-Gesundheit schloss sich mit dem Kassendienstleister GWQ zusammen und schrieb erstmals bundesweit aus. Der Verbund Spectrum K setzte auf teilexklusive Verträge mit Beitrittsrecht.

Nirgendwo lief es glatt. Bei der AOK gab es so viele Beschwerden, dass sogar das Fernsehen berichtete. Zwar sind die Magazin-Formate nicht bekannt dafür, eine Story zu entschleunigen, aber ein stundenlang wartender Krebspatient ist eben genau das: ein ohne Not über Stunden wartender krebskranker Mensch. Bei DAK/GWQ mussten vier von fünf Onkologen die liefernde Apotheke wechseln, was nicht in jedem Fall gut gehen konnte. Und bei Spectrum K erhielt ein Apotheker zum Start als einziger das Recht, 86 onkologische Praxen zu beliefern.

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