Kammer will Apotheken definieren

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Berlin -

Die Apothekerkammer Schleswig-Holstein will sich für die Formulierung von Versorgungsleitlinien samt einer genaueren Aufgabenbeschreibungen für Apothekenbetriebe in den zugehörigen gesetzlichen Vorschriften einsetzen. Dafür haben sich die Mitglieder der Kammerversammlung am Mittwoch ausgesprochen. Wie in Nordrhein und Hamburg wurde auch in Schleswig-Holstein eine Resolution mit Blick auf das von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geplante Apothekengesetz verabschiedet – die im Tonfall aber weniger bestimmt ist als die beiden vorherigen.

„Die Apothekerschaft des Landes Schleswig-Holstein fordert den Gesetzgeber auf, endlich eindeutige, nachhaltige und verlässliche Rahmenbedingungen für die gewünschte Rolle der Apotheken in der Arzneimittelversorgung zu schaffen“, heißt es in der Resolution. Ausgearbeitet wurde sie laut Geschäftsführer Frank Jaschkowski von Kammerpräsident Dr. Kai Chrstiansen. Sie sei vorher schon im Vorstand abgestimmt und dann ohne textliche Veränderungen einstimmig beschlossen worden.

Darin wird der momentanen Gesundheitspolitik indirekt eine Mitschuld an den Nachwuchsproblemen der Branche gegeben. „Die immerwährende Diskussion über neue Geschäftsmodelle, das zögerliche Umgehen mit klaren Umgehungsgeschäften, verbunden mit der überbordenden Bürokratie, stößt bereits jetzt die nächste Generation ab“, heißt es weiter. Diese müsse schließlich das große finanzielle und unternehmerische Risiko einer Selbstständigkeit wagen, um das flächendeckende Netz aus Vor-Ort-Apotheken auch weiterhin zur Verfügung zu stellen.

Allzu große Illusionen über die politische Wirkkraft der Resolution hat Jaschkowski nicht. „Wir können natürlich schlecht direkt an Herrn Spahn oder Frau Merkel schreiben, aber ich hoffe, dass sie wenigstens über einen Verteiler bei den richtigen Stellen etwas Aufmerksamkeit erhält.“ Der Minister und sein wankendes Apothekengesetz waren natürlich auch Thema bei der Versammlung. Die dazu von der ABDA verabschiedeten Positionen unterstütze die Kammer im Wesentlichen, so Jaschkowski, auch „damit der Dialog mit dem Gesundheitsminister aufrecht erhalten werden kann“.

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