SPD-Politiker bei VZA-Tagung

Heidenblut will Nullretax verbieten

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Berlin -

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Dirk Heidenblut will sich für eine Abschaffung der Nullretaxationen einsetzen. Bei der Jahrestagung des Verbands der Zytostatika herstellenden Apothekerinnen und Apotheker (VZA) sagte Heidenblut zudem: „Wir müssen die Honorierung insgesamt stärken und das System stützen.“

Das Prinzip der Vollabsetzung aufgrund formaler Fehler kann der SPD-Politiker nicht nachvollziehen: „Wenn irgendwo ein Häkchen falsch gesetzt wurde, darf ein Rezept nicht komplett retaxiert werden.“ Der Gesetzgeber müsse wenigstens den Auswüchsen eine Grenze setzen. VZA-Präsident Dr. Klaus Peterseim stimmte zu, dass das gesetzliche Verbot der Nullretaxation parenteraler Zubereitungen nachdrücklich weiterverfolgt werden müsse.

Mit Spannung verfolgen die Zyto-Apotheker die im August erwarteten Regelungen zur Biosimilar-Substitution durch den Gemeinsamen Bundesauschuss (G-BA). Es gelte Bestrebungen abzuwenden, die den versorgenden Apotheken neue Bestimmungen auferlegen und deren pharmazeutische Fachkompetenz beschneiden, sagte VZA-Präsident Dr. Peterseim. Sein Verband fordert außerdem eine Erhöhung des Arbeitspreises mit einer Anhebung der Dienstleistungspauschale auf mindestens 130 Euro.

Dr. Hans-Peter Hubmann, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands (DAV), kritisierte den Widerstand der Krankenkassen gegen unbürokratische Regelungen in der Hilfstaxe. Er forderte ebenfalls eine Anpassung des Arbeitspreises für die Zytostatika-Herstellung.

Über die aktuelle Entwicklung beim E-Rezept informierten Dr. Ulrich Grau und Dr. Constanze Püschel, von der Kanzlei D+B Rechtsanwälte. An einen Start im Juli glauben die Anwälte nicht, frühestens Anfang 2023 sei damit zu rechnen. Für den VZA bleibt die technisch zuverlässige und datenschutzrechtlich sichere direkte Zuweisung der elektronischen Rezepte durch die Artpraxis an die Apotheke unter Berücksichtigung des Patientenwillens relevant.

Bei der VZA-Tagung wurde zudem Dr. Rötger von Dellingshausen verabschiedet, der zehn Jahre Geschäftsführer des Verbandes war. Seine Nachfolgerin und bereits seit Anfang 2021 an Bord ist Rechtsanwältin Christiane Müller, die die gemeinsame Geschäftsstelle des VZA und des Bundesverbandes der Versorgungsapotheker (BVVA) in Berlin leitet.

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