EU will Pharmaindustrie durchleuchten

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Berlin - Nicht nur das Apothekenhonorar steht auf dem Prüfstand, auch die Pharmaindustrie wird sich auf neue Vergütungsmodelle einstellen müssen. Denn die Kosten für innovative Arzneimittel gefährden langfristig die Gesundheitssysteme der EU. Zu diesem Ergebnis kommt das von der EU-Kommission beauftragte Expertengremium EXPH (Expert Panel on Effective Ways on Investing in Health). Die sieben Gutachter fordern neue Lösungen, um die Kosten einzudämmen.

Gerade hat das EXPH in Brüssel den Bericht zur Bezahlbarkeit von innovativen Arzneimitteln vorgestellt. Die Experten fordern neben der Kostenkontrolle auch Lösungen, die die Innovationsfähigkeit der pharmazeutischen Industrie zu erhalten. Sie arbeiten derzeit unter anderem an der Frage, wie man innovative Bezahlmodelle für hochpreisige Arzneimittel entwickeln kann.

Das fordert das EXPH: Die Kosten für Forschung, Marketing und Produktion innovativer Arzneimittel sollen öffentlich gemacht werden, zumindest aber zugänglich für die zuständigen Behörden. Die bestehenden Zahlungsmodelle sollen in jedem EU-Land geprüft werden; getestet werden soll, ob Preise auf internationaler Ebene gebildet werden können. Auf diese Weise soll die Nachfrage gebündelt werden; in Extremfällen sollen auch Zwangslizenzen erteilt werden können.

Zudem sollen die strikten Patentregelen abgelöst werden durch andere Mechanismen, die echte Innovationen stärker berücksichtigen. Dabei sollen auch weiche Faktoren stärker berücksichtigt werden. Arzneimittel mit ungewissem Nutzen wiederum sollen besonders genau überwacht werden.

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