Friedrich-Ebert-Stiftung

Apotheker punktet gegen DocMorris Lothar Klein, 16.11.2017 12:02 Uhr

Berlin - Bereits im Vorfeld hatte eine Informationsveranstaltung zur medizinischen Versorgung auf dem Land der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) im Hochsauerland für politischen Ärger gesorgt: Weil zur Podiumsdiskussion statt regionaler Pharmazeuten ausgerechnet DocMorris-Vorstand Max Müller eingeladen wurde, liefen Apothekerkammer und -verband Sturm. Gestern Abend war der kleine Bürgersaal am Rathausplatz in der 11.000-Seelen-Gemeinde Bestwig daher gut besucht: Etwa 100 Gäste folgten der zweistündigen Diskussion. Es ging emotional zu. Apotheker Andreas Vogd punktete für die Vor-Ort-Apotheke.

Eigentlich sollte sich der Abend um alle Fragen der ländlichen medizinischen Versorgung drehen. Aber im Mittelpunkt standen die Apotheker. Nach Einschätzung von Teilnehmern beanspruchte die Arzneimittelversorgung rund die Hälfte der Diskussionszeit. Brilons Bürgermeister Christof Bartsch (SPD) outete sich gleich zu Beginn als Fan der Vor-Ort-Apotheken. Bestehende Strukturen müssten erhalten bleiben. Er gehe lieber in die Apotheke im Ort als beim Versandhandel zu bestellen. Wie angekündigt wurde das Publikum rasch in die Diskussion einbezogen.

Das bot Vogd die Gelegenheit, die Leistungen seiner Kollegen im Hochsauerlandkreis (HSK) herauszustellen: Nach den Protesten von Apothekerkammer und Apothekerverband Westfalen-Lippe war für den Inhaber der Löwen-Apotheke in Schmallenberg ein Stuhl reserviert. Mit Moderator Dirk Wiese, SPD-Bundestagsabgerordneter aus dem Hochsauerlandkreis, war vorab vereinbart, dass Vogd die Position der Apotheker ausführlich darlegen konnte. „Ich wurde von den Veranstaltern absolut korrekt und fair behandelt“, so Vogd.

Vogd – nach Müller an der Reihe – war gut vorbereitet und stellte die Leistungen der Vor-Ort-Apotheken heraus: Er wies in seinem Statement darauf hin, dass die Apotheken im Hochsauerlandkreis jedes Jahr etwa 102.000 kühlpflichtige Arzneimittel abgeben. Ein gutes Drittel der kühlpflichtigen Arzneimittel müssten nicht nur in der Apotheke, sondern auch beim Transport von der Apotheke zum Anwendungsort gekühlt werden. Auf jede Apotheke im Hochsauerlandkreis entfielen pro Jahr zusätzlich in Schnitt 750 Rezepturen, dies summiere sich auf mehr als 50.000 Rezepturen pro Jahr, so Vo

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