Abda: Drei Forderungen an die Politik

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Berlin - Noch hat sich keine Partei mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst dezidiert zu den Apotheken geäußert. Die Abda hat derweil einige Positionen vorgelegt.

Versorgung vor Ort

In der Pandemie habe sich die Arzneimittelversorgung durch die Apotheken vor Ort als krisenresistent erwiesen, so die Abda. Um die bestehenden Strukturen zu stabilisieren, müssten diese „zukunftsorientiert“ und innerhalb verlässlicher Rahmenbedingungen weiterentwickelt werden. Die freiberuflich geführten Apotheken vor Ort würden besonders wegen ihrer Expertise, ihres niedrigschwelligen Zugangs und ihrer sozialen Funktionen in Gesundheitsfragen geschätzt und gebraucht. „Dieser bewährte Dreiklang ist unersetzbar und muss über eine entsprechende Honorierungssystematik dauerhaft sichergestellt werden. An den bestehenden Regelungen zum Fremd- und Mehrbesitzverbot ist zwingend festzuhalten. Die freie Apothekenwahl ist vor den Bestrebungen einzelner Marktteilnehmer, Patient:innenströme zu lenken, zu schützen.“

Die Stärkung der Apotheke vor Ort sei zudem „unverzichtbarer Bestandteil einer vorausschauenden Strukturpolitik, die lokale Wirtschafts- und Lebensräume erhält“. Daher sei mit Blick auf Europa auf den Erhalt der Subsidiarität im Gesundheitswesen zu achten. „Eine Vereinheitlichung der Gesundheitssysteme der einzelnen Mitgliedstaaten, insbesondere der Arzneimittelversorgung, lehnen wir ab“, so die Abda.

Trivialisierung vermeiden

Arzneimittel seien beratungsbedürftig; der Umgang damit erfordere eine besondere Ausbildung sowie Vorsicht, Empathie und Information: „Der Trivialisierung von Arzneimitteln, beispielsweise durch Versandhandel, Plattformökonomien und Preisdumping, ist entschieden entgegenzuwirken. Der anbieterunabhängigen Ausgestaltung, Implementierung und Handhabung des elektronischen Rezeptes kommt dabei eine entscheidende Rolle zu.“

Bewährt haben sich laut Abda entsprechend die Bindung des Arzneimittels an den Vertriebsweg der eigenverantwortlich, frei- und heilberuflich von Apotheker:innen geführten Apotheke, flankiert durch einheitliche Abgabepreise und eine Fokussierung auf den Leistungs- und Qualitäts- anstelle eines Preiswettbewerbs. „Diese Instrumentarien sind zu stärken. Auf ihre Einhaltung ist konsequent zu achten.“

Zu einer Trivialisierung führe dagegen „der Aufwuchs von (im grenzüberschreitenden Arzneimittelversandhandel agierenden) Kapitalgesellschaften, die lediglich auf lukrative Versorgungssegmente und auf Umsatzkonzentration fokussieren oder Vertriebskonzepte, die Arzneimittel unter Missachtung von Risiken und unter Verzicht auf Patient:innenansprache und -beratung auf einen möglichst günstigen Preis reduzieren“.

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