Postpartale Depression

Zurzuvae: Erstes Wochenbett-Antidepressivum

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Berlin -

Mit Zurzuvae (Zuranolon, Biogen) steht erstmals eine orale Behandlungsoption bei postpartaler Depression (PPD) in Europa zur Verfügung. 

Zurzuvae ist als Hartkapsel in drei Stärken zugelassen – 20, 25 und 30 mg – und wird angewendet bei Erwachsenen zur Behandlung von postpartaler Depression nach der Entbindung. Die empfohlene Dosis beträgt 50 mg Zuranolon und wird einmal täglich über einen Zeitraum von 14 Tagen als einmaliger Behandlungszyklus eingenommen. Wird die Dosierung nicht vertragen, kann die Dosis auf 40 mg reduziert werden.

Anwendung

Das Arzneimittel wird abends mit fetthaltigen Lebensmitteln als Mahlzeit oder Zwischenmahlzeit eingenommen. Möglich ist die Einnahme mit fetthaltigen Milchprodukten, Fleisch und öligem Fisch, Avocado, Hummus, Sojaprodukten, Nüssen, Erdnussbutter, Schokolade sowie fetthaltigen Ernährungsriegeln oder -getränken.

Wirkstoff-Check

Zuranolon ist ein synthetisch hergestelltes neuroaktives Steroid, das den Gamma-Aminobuttersäure-A (GABAA)-Rezeptor stimuliert und die Aktivität des Botenstoffes GABA verstärkt. In-vitro-Studien zeigen, dass die Zelloberflächenexpression von GABAA-Rezeptoren erhöht wird. Zuranolon entfaltet möglicherweise eine antidepressive Wirkung, indem es die GABAerge Hemmung verstärkt.

GABA hat eine ausgleichende Wirkung auf das Nervensystem und reguliert die Übertragung der Nervenimpulse – es kommt nicht zur Überreizung. Niedrige GABA-Spiegel werden mit nervöser Unruhe, Angst, Depression und Schlaflosigkeit in Zusammenhang gebracht.

Nebenwirkungen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören aufgrund seiner zentraldämpfenden Wirkung Somnolenz, Schwindel und Sedierung. Zudem ist die Verkehrstüchtigkeit eingeschränkt. Besteht im Wochenbett eine erneute Schwangerschaft ist das Arzneimittel kontraindiziert. In der Stillzeit kann unter Umständen eine Unterbrechung des Stillens nach ärztlicher Nutzen-Risiko-Bewertung angezeigt sein.

Wochenbettdepression

Eine PPD – auch Wochenbettdepression genannt – erleiden etwa 10 bis 15 Prozent der Mütter innerhalb von vier Wochen nach der Entbindung. Die Betroffenen leiden beispielsweise unter gedrückter Stimmung, Interessen- und Appetitverlust, Schlafstörungen, Müdigkeit, Wertlosigkeits- und Schuldgefühle, verminderter Konzentration, Angst dem Baby zu schaden, extreme Traurigkeit sowie Suizidgedanken und -handlungen. Um die Diagnose PPD zu stellen, müssen mindestens fünf Symptome über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen bestehen.

Es gilt die PPD vom Baby-Blues zu unterscheiden. Dieser tritt meist in der Woche nach der Geburt auf, ist in der Regel schwächer ausgeprägt und dauert meist nur zwei bis drei Tage an.

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